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Ethikkommission bestätigt Vorwürfe an den STV
Aus Tagesschau vom 01.09.2021.
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Knall beim Turnverband Trainer-Crew der Kunstturnerinnen freigestellt

Fabien Martin und sein Trainerstab müssen den Schweizerischen Turnverband per sofort verlassen.

Der Schweizerische Turnverband STV hat für das Frauen-Kunstturnen einen Neubeginn beschlossen. Der Trainerstab mit Chefcoach Fabien Martin ist per sofort freigestellt. Der Entscheid ist nicht nur die Folge der Querelen der vergangenen Monate, sondern auch der sportlichen Situation geschuldet.

Schwere Vorwürfe gegen Martin

Die Missstände im STV nahmen im vergangenen Oktober ihren Anfang. Zwei ehemalige Athletinnen, Lynn Genhart und Fabienne Studer, hatten die herrschende Atmosphäre am Nationalen Sportzentrum in Magglingen kritisiert und gegen Cheftrainer Martin schwere Vorwürfe erhoben. Sie hatten von einer Kultur der Angst gesprochen und davon, vom Franzosen mit Kommentaren zum Essverhalten und Körpergewicht abgekanzelt worden zu sein.

Auch die stagnierende Leistungsentwicklung ein Grund

Den Entscheid zur Kündigung fassten die Verantwortlichen des STV nicht (nur) aufgrund der Schuldzuweisungen von Athletinnen-Seite, sondern auch mit Blick auf die sportliche Situation. Eine Gesamtbeurteilung unter der Führung von David Huser, dem neuen Chef Spitzensport und Nachfolger des schon früher freigestellten Baselbieters Felix Stingelin, förderte eine seit längerer Zeit stagnierende Leistungsentwicklung zutage.

Auch die Erkenntnis, dass hinter der Teamleaderin Giulia Steingruber eine zu grosse Lücke klafft und damit die Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris für eine Schweizer Frauen-Equipe nicht realistisch ist, haben Huser und seine Leute zum Handeln gezwungen.

Rendez-vous, 01.09.2021, 12:30 Uhr;

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Ferdi Weibel  (weibel)
    Endlich! Wurde auch Zeit, dass die Akteure solch inhumaner Trainingsmethoden und menschlicher Defizite aus unserem Spitzensport verschwinden. Die Schweiz hat seinen Athleten besseres zu bieten. Hochmoderne Sportwissenschaft und Trainingsmethoden nämlich. Man sieht es vielen unserer Topathleten wieder an, dass sie Freude am Sport und an der Leistung haben. Weiter so.
    1. Antwort von Luca Caviezel  (FluCa80)
      Und Sie verstehen etwas von Spitzensport? Von Jus jedenfalls nicht. Dort gilt nämlich, dass Vorwürfe bewiesen werden müssen, was hier nicht der Fall ist. Kommt noch hinzu, dass sich die Athletinnen und Athleten dieser Trainer in einem Brief hinter sie gestellt haben! Also Entlassung aus sportlicher Sicht OK. Inhumane Trainingsmethoden ist allerdings eine Unterstellung, die an Rufschädigung grenzt!
    2. Antwort von Markus Schmid  (Mätschli)
      Dümmere Argumentation geht nicht. Leistungssport ist heute ein absolut knallhartes trainieren bis an die Grenze des Möglichen. Wenn der Schweizer Spitzensport in einer Wohlfühloase stattfinden muss, dann müssen wir uns mit Rängen zwischen 1000 und 5000 abfinden. Es ist schon erstaunlich, dass diese Probleme nur beim Frauensport stattfinden.
    3. Antwort von Martin Gebauer  (Mäde)
      @Caviezel&Schmid: Dass die Turnerinnen von ihren Trainern und Trainerinnen gequält und misshandelt wurden ist erwiesen. Wer von Spitzensport und professionellem Training definitiv NULL Ahnung hat, sind auf jeden Fall die Herren Caviezel und Schmid!
    4. Antwort von Josef Graf  (Josef Graf)
      Herr Caviezel, Sie verstehen von Jus offenbar auch nicht genug. Nicht in allen Bereichen müssen Vorwürfe hieb- und stichfest bewiesen werden, damit sie Konsequenzen haben. Eigentlich gilt das nur im Strafrecht. Sonst genügt meistens die hohe Wahrscheinlichkeit. Jedenfalls für eine Freistellung (Verbot der Arbeit, aber Lohnzahlung) für die Zeit bis zur Beendigung eines Arbeitsverhältnisses reicht diese hohe Wahrscheinlichkeit aus.
  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Wäre das Beste, wenn für die Turnerinnen ein "Frauen Trainerstab" das Zepter übernehmen würde!
    1. Antwort von Beat Zurbrügg  (BeZu)
      (jeani) Und was war mit der Rhytmischen Sportgymnastik? Gleiche Probleme und ein Frauen-Trainer-Team. Es kommt auf den Menschen und nicht auf das Geschlecht an.
  • Kommentar von Peter Mueller  (Elbrus)
    wer glaubt, dass Kunstturnen und Pommes zusammengehen irrt gewaltig. Fakt ist im Spitzensport egal wo ist Gewichtsreduktion eine Superkomponente. Hochsprung, Gymnastik, Eiskunstlauf, Fussball. Ohne Gewichtsreduktion geht es normalerweise nicht. Die Trainingswaage ist unabdingbar. Bin ja mal gespannt wie die nach Paris kommen wollen. Die Praxis ist so: ob USA, Russland, China, Frankreich etc. Der Druck ist hoch. Fragen Sie mal bei Svetlana Khorkina nach.
    Niemand wollte Sie trainieren zu gross.
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Gewaltiger Irrtum. Beim Kunstturnen ist auch Kraft gefragt, und einen gesunden Aufbau für die nötige Kraft kriegt man in Gottes Namen ohne Essen nicht hin. Eventuell wird es eher früher als später global Gewichtslimiten brauchen, vergleichbar wie beim Skispringen. Wenn Skelettschäden der Preis für Olympia sind, können wir auch ohne.
    2. Antwort von Michael Jucker  (Michael Jucker)
      Das bestreitet ja niemand. Klar ist im Spitzensport das Körpergewicht, der Anteil Körperfett mit entscheidend. Es ist aber die Art und Weise, wie Trainer und Trainerinnen damit umgehen: Ob sie herabwürdigende Bemerkungen machen oder einer Athletin sagen, wir müssen daran arbeiten, gemeinsam mit Ernährungsumstellung oder Trainingsanpassungen. Die Linie zwischen antrainierter Magersucht und sportlich sinnvoller Körpergewichtskontrolle ist in gewissen Sportarten ohnehin schon problematisch.
    3. Antwort von Peter Mueller  (Elbrus)
      @jucker Wenn ein Kind mit 5 beginnt im Kunstturnen dann dauert es mal 2 Jahre für ganz einfache Elemente. Gehen Sie mal nach China in eine Kunstturnschule mit 7 Jährigen. Da sehen Sie schnell wohin der Olympiazug fährt. Dass sind dann Ihre Konkurrentinnen bei Olympia. Wohlfühloasen gibt es nicht im Spitzensport