Mit einer Ausnahme stellte das Team Ineos (früher Sky) seit 2012 immer den Gesamtsieger der Tour de France. Mit Jumbo-Visma verfügt bei der 107. Austragung der Tour nun aber ein Team über die Qualitäten, Egan Bernal und seine Helfer ernsthaft herauszufordern.
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Bild 1 von 13. Egan Bernal, Ineos. Als Titelverteidiger gehört der Kolumbianer selbstredend zu den grössten Favoriten auf den Gesamtsieg. Ohne Geraint Thomas und Chris Froome ist er heuer der unbestrittene Team-Leader. Bildquelle: imago images.
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Bild 2 von 13. Richard Carapaz, Ineos. Der Giro-Sieger von 2019 ist ein ausgewiesener Kletterspezialist und bei Ineos so etwas wie der Edelhelfer von Bernal. Sollte dieser schwächeln, könnte Carapaz als Leader in die Bresche springen. Bildquelle: imago images.
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Bild 3 von 13. Primoz Roglic, Jumbo-Visma. Der Slowene ist in Sachen Gesamtklassement der wohl grösste Ineos-Herausforderer. Vergangenes Jahr gewann er die Vuelta und wurde beim Giro Dritter. Nun will er auch bei der Tour seine Spuren hinterlassen. Bildquelle: imago images.
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Bild 4 von 13. Tom Dumoulin, Jumbo-Visma. Ähnlich wie Ineos mit Bernal/Carapaz geht auch Jumbo-Visma mit einem potentiellen «Ersatzcaptain» an den Start. Nach einer langwierigen Knieverletzung steht hinter Dumoulins Form jedoch zumindest ein kleines Fragezeichen. Bildquelle: imago images.
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Bild 5 von 13. Thibaut Pinot, Groupama-FDJ. Einmal mehr ist der 30-Jährige die grosse Hoffnung der Franzosen. Bei der Tour war das Pech aber bisher sein ständiger Begleiter. Bei 7 Teilnahmen musste er 4 Mal vorzeitig aussteigen. Bildquelle: imago images.
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Bild 6 von 13. Julian Alaphilippe, Deceuninck-Quickstep. Wer im vergangenen Jahr 14 Tage lang das Gelbe Trikot getragen hat, gehört zumindest zum Kreis der Favoriten. Gut möglich ist aber, dass der Franzose heuer statt auf das Gesamtklassement auf Etappensiege und das Bergtrikot schielt. Bildquelle: imago images.
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Bild 7 von 13. Romain Bardet, AG2R. Das französische Leichtgewicht bestreitet seine letzte Saison im AG2R-Trikot. Ab 2021 fährt Bardet für Sunweb. Um den Gesamtsieg dürfte er auch angesichts mangelnder Unterstützung in seinem Team nicht mitreden können. Etappensiege oder das Bergpreistrikot sind aber durchaus drin. Bildquelle: imago images.
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Bild 8 von 13. Emanuel Buchmann, Bora-hansgrohe. Hinter der Verfassung des Vorjahresvierten, der ganz klar einen Podestplatz als Ziel ausgegeben hat, steht ein Fragezeichen. Wie Roglic ist auch er an der Dauphiné-Rundfahrt gestürzt und geht angeschlagen an den Start. Bildquelle: Keystone.
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Bild 9 von 13. Nairo Quintana, Arkea-Samsic. Der ehemalige Giro- und Vuelta-Sieger will nach dem enttäuschenden 8. Platz im Vorjahr wieder angreifen. Ähnlich wie bei Bardet ist aber fraglich, wie sehr er dabei auf die Unterstützung seines Teams zählen kann. Bildquelle: imago images.
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Bild 10 von 13. Daniel Martinez, Education First. Der Sieger der Dauphiné-Rundfahrt bildet mit seinem kolumbianischen Landsmann Rigoberto Uran eine Doppelspitze. Mit Tejay van Garderen verfügt das Team zudem über einen erfahrenen Rundfahrten-Spezialisten. Bildquelle: imago images.
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Bild 11 von 13. Miguel Angel Lopez, Astana. Auch diesen Kolumbianer muss man auf der Rechnung haben. Allerdings bestreitet der Tour-de-Suisse-Sieger von 2016 seine erste Tour, kann mit Luis Leon Sanchez oder den Izagirre-Brüdern aber auf erfahrene Helfer zählen. Bildquelle: imago images.
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Bild 12 von 13. Tadej Pogacar, UAE Emirates. Mit gerade einmal 20 Jahren wurde der blutjunge Kletterer im Vorjahr Gesamtdritter und Etappensieger bei der Vuelta, jetzt wird der Slowene erstmals auf die Tour losgelassen. Den Youngster muss man zumindest künftig im Auge behalten. Bildquelle: Keystone.
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Bild 13 von 13. Alejandro Valverde/Enric Mas, Movistar. Im Gesamtklassement dürfte der 40-jährige Valverde keine Rolle spielen. Erwähnen muss man das Movistar-Team mit dem spanischen Dreizack Valverde, Enric Mas und Marc Soler aber allemal. Bildquelle: imago images.
Die niederländische Equipe wollte ursprünglich mit einer Dreierspitze bestehend aus Primoz Roglic, Tom Dumoulin und Steven Kruijswijk antreten. Letzterer muss nach einem schweren Sturz an der Dauphiné-Rundfahrt jedoch auf einen Start verzichten.
Bernal und Roglic nicht bei 100 Prozent?
Bernal hatte an der Dauphiné-Rundfahrt zuletzt überzeugt, war wegen Rückenproblemen aber vorzeitig ausgestiegen. Ganz sorgenfrei startet der 23-jährige Kolumbianer am Samstag nicht, klagte er am Freitag noch immer über Probleme mit seinem Rücken.
Auch hinter Bernals grösstem Herausforderer steht zumindest ein kleines Fragezeichen. Roglic hinterliess seit dem World-Tour-Wiederbeginn am 1. August von allen Fahrern zunächst den stärksten Eindruck, stürzte auf der Dauphiné-Rundfahrt aber ebenso wie sein Teamkollege Kruijswijk. Wie sehr die Nachwirkungen des Sturzes den Slowenen behindern, wird sich zeigen.
Favoriten im Pech – Chance für den Pechvogel?
Mit Bernal und Roglic sind die zwei meistgenannten Favoriten also angeschlagen – die Chance für die Rivalen? Gut in Form präsentierte sich zuletzt Thibaut Pinot. Der Franzose ist ein herausragender Kletterer und hat das Zeug dazu, für den ersten französischen Gesamtsieg seit 35 Jahren zu sorgen.
In den vergangenen Jahren war Pinot an der Tour aber nicht immer vom Glück gesegnet. 2019 wäre beim Franzosen der Tour-Sieg drin gewesen, hätte ihn ein Muskelfaserriss im Oberschenkel auf der drittletzten Etappe nicht zur Aufgabe gezwungen. Der Tour-Dritte von 2014, der noch nie in seiner Karriere das Gelbe Trikot getragen hat, musste bei seiner 7. Teilnahme bereits zum 4. Mal vorzeitig aufgeben.
Küng im Flachen, Reichenbach in den Bergen
Unterstützung erhält Groupama-FDJ-Leader Pinot von zwei Schweizern. Stefan Küng reiste nach dem EM-Titel im Zeitfahren mit einem Erfolgserlebnis nach Frankreich. Seine Rolle im Team ist klar definiert: Der Ostschweizer wird seinen Captain vor allem im flachen bis leicht hügeligen Gelände versuchen vorne im Feld zu halten.
Das Pendant zu Küng im Flachen ist Sébastien Reichenbach in den Bergen. Dort gehört der 31-jährige Unterwalliser, der wie Küng zu seiner 4. Tour startet, zu Pinots «Luxus-Leibgarde». So formulierte es die französische L'Equipe am Mittwoch bei der Bekanntgabe des Aufgebots.
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Bild 1 von 4. Stefan Küng, Groupama-FDJ. Im flachen und leicht hügeligen Gelände ist der Ostschweizer für Captain Pinot laut eigenen Aussagen so etwas wie «der Capitaine de Route». Bildquelle: Keystone.
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Bild 2 von 4. Sébastien Reichenbach, Groupama-FDJ. Nach der Absage der Heim-WM gehört der Fokus des Schweizer Meisters ganz der Tour. Mit seinen Kletterqualitäten ist er in den Bergen der wichtigste Helfer von Thibaut Pinot. Bildquelle: Keystone.
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Bild 3 von 4. Michael Schär, CCC. Der Luzerner startet zum 10. Mal in Serie zur Tour. Weil sein Team mit Greg van Avermaet keinen Anwärter auf das Gesamtklassement stellt, wird der 33-Jährige wohl einige Freiheiten geniessen. Bildquelle: imago images.
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Bild 4 von 4. Marc Hirschi, Sunweb. Der 22-jährige Berner bestreitet seine erste grosse Rundfahrt. Wie er die 21 strapaziösen Etappen meistert, wird auch für ihn selber spannend zu sehen sein. Der ehemalige U23-Welt- und Europameister auf der Strasse verfügt über einen sehr guten Renninstinkt und wird hin und wieder frei Fahrt erhalten. Bildquelle: Keystone.