Im Radsport gibt es immer mehr Stürze, das zeigen Zahlen des Rad-Weltverbandes UCI. So erwischte es auch Schweizer Radprofis in diesem Jahr gleich mehrfach. Jan Christen brach sich bei Mailand-Sanremo bereits zum 2. Mal in seiner Karriere das Schlüsselbein, ein paar Wochen später kam Marlen Reusser bei der Flandern-Rundfahrt zum 2. Mal in diesem Jahr zu Fall. Verfolgt die beiden das Pech – oder gehört da mehr dazu?
Laut Michael Schär, ehemaliger Radprofi und heute Nationaltrainer der Schweizer Männer-Teams, sei die Ursache bei einem Sturz zu «51 Prozent Pech und zu 49 Prozent das Unvermögen». So probiere man heutzutage möglichst früh bei jungen Fahrerinnen und Fahrern, die Ausbildung anzupassen.
Schon im jungen Alter lernen
Schär erklärt, dass es von Vorteil sei, wenn man in jungem Alter zuerst auf einem Mountainbike, BMX oder im Radquer den Umgang mit dem Velo lernt. «So trainiert man die Reflexe und wird besser im Bikehandling. Gewisse Stürze sind damit zu vermeiden», so der 39-jährige Luzerner weiter.
Ein absoluter Strassenprofi – ohne jegliche anderweitige Erfahrung – würde laut Schär nämlich in einer Sturzsituation intuitiv eine Vollbremsung hinlegen. «Das ist nie die beste Lösung, so geht man zu Boden.» Mit mehr Erfahrung im Bikehandling würde man «nicht in Panik geraten, die Bremsen gehen lassen, den Grip wiederfinden und weiterfahren».