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Lange Reha steht bevor Küng: «Ich bin den ganzen Tag am Liegen»

Stefan Küng verpasst nach seiner Oberschenkelverletzung seine liebsten Rennen. Er braucht Geduld, setzt sich aber ein Fernziel.

Bei einem Tempo von über 50 Stundenkilometern kam Stefan Küng vor etwas mehr als einer Woche beim belgischen Eintagesrennen Omloop Het Nieuwsblad auf regennasser Strasse zu Fall. Die niederschmetternde Diagnose: Bruch des Oberschenkelknochens im linken Bein. Die für einen Radfahrer unübliche Fraktur wurde operativ behandelt, nachdem Küng per Ambulanz aus Oudenaarde zurück in die Schweiz gebracht worden war.

«Es geht mir verhältnismässig gut. Es geht schon alles ein bisschen ‹ringer› als vor einer Woche. Aber ich bin an den Stöcken und sonst eigentlich den ganzen Tag am Liegen», sagt der Thurgauer beim Treffen mit SRF zu seinem aktuellen Gesundheitszustand.

Trotz Erkältung am Start

Der Aufprall war heftig und kam unvermutet. «Ich befand mich in einer Einerreihe von Fahrern. Es ging alles sehr schnell. Ich rutschte wohl auf dem Pavé weg und lag plötzlich am Boden. Wieso und warum, weiss ich nicht. Es war keine speziell gefährliche Stelle», schildert Küng. Schon die Vorzeichen waren nicht gut gewesen. Er sei mit einer Erkältung nicht 100-prozentig leistungsfähig an den Start gegangen.

Vielleicht sei unbewusst auch der Wunsch mitgefahren, bei seinem neuen Team Tudor gleich von Beginn an zu überzeugen. Dies, obwohl Teamboss Fabian Cancellara ihm vor dem Rennen genau diesen Druck habe nehmen wollen. «Ich bin sehr ehrgeizig, zum Teil vielleicht überehrgeizig», so Küng selbstkritisch.

Frühlingsklassiker ohne Küng

Die Konsequenzen des Sturzes sind tiefgreifend: 6 Wochen wird der 32-Jährige auf Krücken angewiesen sein, 12 Wochen dauert es, bis wieder an ein normales Training zu denken ist. Die Frühjahrsklassiker sind damit futsch. «Das ist eine harte Pille. Ich lebe für den Frühling, die Klassiker sind die Rennen, die mir ganz fest am Herzen liegen.»

Ich weiss, dass ich dann sicher wieder bei 100 Prozent bin.
Autor: Stefan Küng will an der WM im September wieder angreifen

Mit Verletzungen hat Küng in seiner langen Karriere bereits häufig Bekanntschaft gemacht. Diese wird ihn in der Rehabilitation aber länger als gewöhnlich beanspruchen, ist doch mit dem Bein das «Triebwerk» arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Für die Rückkehr in den Rennzirkus will sich Küng, unterstützt von seinem Team, die nötige Zeit nehmen.

Entsprechend hat er auch seine Ziele ausgerichtet. Wieder mit richtigen Ambitionen an den Start gehen dürfte er an der WM in Montreal im Herbst. «Die ist im September. Ich weiss, dass ich dann sicher wieder bei 100 Prozent bin. Das Ziel ist also nicht, bis dann wieder Rennen zu fahren, sondern dort noch einmal top zu sein.»

Radio SRF 1, 09.03.2026, Bulletin von 18:45 Uhr ; 

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