- Dario Lillo gewinnt das Cross-Country-Rennen bei der Premiere im südkoreanischen Yongpyong.
- Der St. Galler setzt sich bei widrigen Bedingungen überlegen durch.
- Für Lillo ist es nach dem Podestdebüt vom Freitag der erste Sieg im Weltcup.
- Bei den Frauen doppelt Sina Frei nach und gewinnt nach dem Short-Track- auch das Cross-Country-Rennen.
Wie bei den Frauen (mit Sina Frei) hatte auch bei den Männern ein Schweizer die misslichen Bedingungen im südkoreanischen Yongpyong am besten im Griff. Dario Lillo hatte schon im Vorfeld angekündigt, von einer allfälligen rutschigen Schlammschlacht profitieren zu können – und der 24-Jährige lieferte.
Bereits auf der 1. von 6 Runden setzte sich Lillo ab und baute seinen Vorsprung bis Rennhälfte kontinuierlich auf über eine Minute aus. Am Ende distanzierte er den zweitplatzierten Luca Martin (FRA) um 1:46 Minuten. Platz 3 ging an den Briten Charlie Aldridge (+2:39).
Im Schlamm zum nächsten Ausrufezeichen
Bereits im Short-Track-Wettkampf am Freitag hatte Lillo ein dickes Ausrufezeichen gesetzt: Als Dritter fuhr er auf sein erstes Weltcup-Podest. Sein zuvor bestes Ergebnis im Cross-Country (Platz 13) übertraf er am Sonntag deutlich.
Bei der Premiere im Wintersportgebiet an der Ostküste Südkoreas sorgte der Regen für Radquer-ähnliche Bedingungen. Das Mountainbike musste auf weiten Teilen der Strecke durch den schlammigen Untergrund gestossen werden.
Als ich am Sonntag aufwachte und sah, dass es in der Nacht regnete, wusste ich: Heute ist der Tag.
Der auch im Radquer versierte Lillo hatte früh gespürt, dass etwas in der Luft lag. «Als ich Anfang der Woche die Wetterprognose sah, dachte ich schon, der Sonntag würde mein Tag. Als ich am Sonntag aufwachte und sah, dass es in der Nacht regnete, wusste ich: Heute ist der Tag.»
Sein Team habe einen Plan gehabt, und er habe diesen durchgezogen, ohne gross nachzudenken, befand Lillo. «Es ist alles einfach passiert.»
Treudlers Bike streikt
Pech mit den Umständen bekundete Finn Treudler in seinem ersten Elite-Weltcuprennen. Der Zürcher fuhr lange souverän auf Platz 2, musste aber kurz vor Rennhälfte absteigen – es ging nichts mehr.
Eine intensive Putzaktion seines Renngeräts später ging es weiter, allerdings nur noch von Platz 6 aus. Am Ende reichte es trotz kämpferischen Auftritts nur zu Rang 13. Bester Schweizer hinter Lillo war Filippo Colombo auf Platz 8. Auch Fabio Püntener (10.) schaffte es in die Top 10.
Weiter geht es im Mountainbike-Weltcup in drei Wochen. Im tschechischen Nove Mesto werden sich die Fahrer wieder auf bekanntem Terrain bewegen.