Langweilig wird es Tadej Pogacar im Moment nicht: Nur einen Tag nach seinem vierten Sieg bei Lüttich-Bastogne-Lüttich stand für ihn bereits der nächste öffentliche Termin an: Sein Team UAE Emirates lud zur Medienkonferenz vor der Tour de Romandie. Der Slowene tritt erstmals in seiner Karriere an.
In der Westschweiz hat der Rad-Dominator viel Begeisterung ausgelöst. Bei der Ankunft in Lausanne habe er sich vor Selfie-Anfragen kaum retten können.
Narbe erinnert ihn an die Romandie
Auch wenn er auf Profistufe noch kein Etappenrennen in der Schweiz bestritten hat, ist das Land für Pogacar alles andere als unbekanntes Terrain. Mit der Romandie verbindet er allerdings schlechte Erinnerungen, wie er gut gelaunt erzählte.
Als Junior sei er 2015 bei der Tour du Pays de Vaud gestartet. Das Rennen verlief aber gar nicht nach seinen Vorstellungen. Er litt unter Magenproblemen, ausserdem habe ihn ein Sturz fürs Leben gezeichnet. «Ich habe immer noch eine Narbe an der Ferse davon», so Pogacar mit einem Lächeln.
Erster Schritt auf der Mission 5. TdF-Sieg
Aus seinen Siegambitionen bei der Rückkehr macht er keinen Hehl. «Ich will jedes Rennen gewinnen, an dem ich teilnehme.» Nach der Klassiker-Saison, in der er gewohnt die Muskeln spielen liess und lediglich bei Paris-Roubaix einem Konkurrenten den Vortritt lassen musste (Wout van Aert), folgt nun der Einstieg in die Rundfahrten-Saison. Das grosse Ziel ist selbstredend der fünfte Triumph bei der Tour de France im Sommer.
Wenn es 2 Kilo Fett wären, würde ich mir Sorgen machen
Apropos Muskeln und Paris-Roubaix: Unter anderem, um seine Chancen auf einen Premierensieg bei der «Hölle des Nordens» zu erhöhen, baute Pogacar Muskelmasse auf. Prompt wurden die 1-2 zusätzlichen Kilos an der Medienkonferenz zum Thema. Ist er womöglich deshalb in den Bergen nicht ganz so stark wie sonst?
Die Antwort des 27-Jährigen dürfte der Konkurrenz nicht gefallen: «Wenn es 2 Kilo Fett wären, würde ich mir Sorgen machen. Aber so sollte das keine Rolle spielen. Ich fühle mich in den Anstiegen gut und stark.»