Wer vertritt die Schweizer Skispringer im Februar an Olympia in Mailand und Cortina? Die am Dienstag zu Ende gegangene Vierschanzentournee diente den Selektionären als guter Massstab. Alle vier Springen fanden unter vergleichbaren, fairen Bedingungen statt, was einen objektiven internen Vergleich ermöglichte.
Zwei gesetzte Männer ...
Sandro Hauswirth ist der grösste interne Gewinner der Tournee. Der 25-jährige Gstaader holte Mitte Dezember erstmals Weltcuppunkte und lieferte seither konstant ab. 4 Finaldurchgänge, regelmässig Punkte, keine Ausreisser nach oben, aber auch keine nach unten: Hauswirth springt stabil auf einem Niveau, das olympiawürdig ist. Im Team wird ihm diese Entwicklung gegönnt, weil sie für Hartnäckigkeit steht. Hauswirth kämpfte lange um den Anschluss und erhält nun den verdienten Lohn.
Gregor Deschwanden war schon vor der Tournee als Olympia-Kandidat gesetzt. Zwar erreicht der Luzerner nicht die Form des Vorjahres, doch er ist – abgesehen von den Aussetzern in Engelberg und zuletzt in Bischofshofen – verlässlich in den Punkten. Sein grösstes Plus bleibt das Potenzial. Wenn sich bei ihm der Knoten löst, ist Deschwanden in der Lage, sofort vorne mitzuspringen.
... ein Quartett um Ammann kämpft
Nach der Tournee herrscht über die Anzahl der Olympia-Startplätze für die Schweiz Klarheit. Swiss-Ski darf drei Springer nach Norditalien schicken, entsprechend hoch ist der interne Druck ums letzte Ticket.
Ein Quartett kommt dafür infrage. Simon Ammann, Killian Peier, Felix Trunz und Juri Kesseli haben dank ihren Resultaten im Sommer bereits die halbe Limite erfüllt und – mit Ausnahme von Peier – diese im Winter mit einer Top-25-Platzierung bestätigt. Doch keiner drängte sich bislang auf. Ammann und Kesseli nutzten ihre Chancen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen nicht, Peier und Trunz überzeugten danach in Innsbruck und Bischofshofen nicht nachhaltig.
Für das Quartett verbleiben zwei entscheidende Wettkampf-Wochenenden. Peier und Trunz reisen mit dem Weltcup nach Zakopane, wo am kommenden Sonntag ein Springen im Programm steht. Ammann und Kesseli treten im Kontinentalcup in Sapporo an, wo in der Woche danach zweimal im Weltcup gesprungen wird.