Der Anfang verlief schon einmal vielversprechend: An den deutschen Meisterschaften fuhr Nicolas Huber im Snowboardcross auf Rang 2. Der Zürcher Snowboarder wechselte nach 10 Jahren in Slopestyle und Big Air zur Cross-Disziplin. Mit 31 Jahren notabene. Eine schwere Rückenverletzung im November des Vorjahres hatte ihn eine ganze Saison inklusive Olympische Spiele gekostet. So reifte der Entscheid: Huber will etwas Neues ausprobieren.
Zunächst lernte er die neue Sportart im Training kennen. Plötzlich lagen die Schwerpunkte woanders: Anstatt möglichst stylische Tricks zu stehen, rückt die Linienwahl in den Fokus, das Timing bei Überholmanövern. Die ersten Eindrücke begeisterten ihn. Huber rechnet sich denn auch einiges aus: «Es tönt vielleicht etwas arrogant, aber ich bin ein unglaublich guter Snowboarder. Nun geht es darum, die Freestyle-Skills aufs Racing anzuwenden.»
Ich lasse mir nicht viel Zeit, das muss zackig gehen.
Snowboardcross und Freeride-Wettkämpfe statt Freestyle – damit sind andere körperliche Voraussetzungen gefragt. Heisst für Huber: den Sommer weitgehend im Kraftraum verbringen. Er will 5 bis 6 Kilogramm an Muskelmasse zunehmen. Das brauche viel Willenskraft, doch dank grosser Motivation sei dies bislang kein Problem. Der Zeitplan ist eng getaktet. Huber will schon im nächsten März an der WM teilnehmen: «Ich lasse mir nicht viel Zeit, das muss zackig gehen», erklärt er.
Der Verband legte Huber beim Wechsel keine Steine in den Weg. Aus der Kombination aus Motivation und Selbstvertrauen entsteht für den aktuellen Athleten des C-Kaders ein äusserst ambitioniertes Ziel: Olympiagold 2030 soll es sein.