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Nach 3-fachem Olympiagold Von Allmens Devise: Sich treu bleiben und weiterhin Spass haben

Der Berner Oberländer möchte auch nach seinem totalen Olympia-Triumph am Boden bleiben. Die Geschichtsbücher interessieren ihn wenig.

3 Olympia-Starts, 3 Siege – Franjo von Allmen wird mit seinen erst 24 Jahren als einer der meistdekorierten Skifahrer der Geschichte in seine Heimatgemeinde Boltigen zurückkehren. Mit seinem Gold-Hattrick gehört er nun einem elitären Zirkel an: Dasselbe war vor ihm erst Toni Sailer (AUT), Jean-Claude Killy (FRA) und Janica Kostelic (CRO) gelungen.

Darauf angesprochen, sucht von Allmen auch rund zwei Stunden nach Rennende noch nach den richtigen Worten. «Ich wurde in den Interviews jetzt einige Male darauf angesprochen, so richtig begreifen kann ich das nicht. Auch wenn es komisch klingt: Die Ski-Geschichte ist mir nicht sehr wichtig, ich möchte vor allem die Momente geniessen. Was auf dem Papier steht, ist nebensächlich für mich.»

Diese Aussage ist typisch für von Allmen. Zählen für andere in erster Linie Medaillen und Titel, steht beim Berner Oberländer das Gefühl im Vordergrund. «Ich habe als kleiner Junge mit dem Skifahren begonnen, weil es mir Spass gemacht hat. Diesen Spass möchte ich unbedingt beibehalten», hatte von Allmen bereits nach der Goldmedaille in der Abfahrt erklärt.

Der Spass steht im Vordergrund

Das Talent von Allmens zeigte sich schon früh – auch wenn aller Anfang schwer war. «Als Franjo noch klein war, hat die Familie hinter dem Haus selbst eine Piste gebaut. Dabei hat er sich das Bein gebrochen», verriet sein Onkel und erster Trainer Emanuel Kammer einst gegenüber dem «Sportpanorama». Als Kammer selbst von Allmen auf einem Hügel am Jaunpass das erste Mal Skifahren sah, war er sogleich beeindruckt. «Er hatte etwas Spezielles, war skitechnisch extrem gut. Seine Grundschnelligkeit war schon damals beeindruckend.»

Auch international machte «FvA» schnell von sich reden und etablierte sich als starker Nachwuchsfahrer. Bei der Junioren-Weltmeisterschaft 2022 im kanadischen Panorama wurde er dreifacher WM-Silbermedaillengewinner.

Zu jenem Zeitpunkt war es alles andere als selbstverständlich, dass von Allmen weiterhin dem Skirennsport frönte. Als er 17 Jahre alt war, verstarb überraschend sein Vater. Nur dank eines erfolgreichen Crowdfundings konnte die Karriere des vielversprechenden Athleten weiterfinanziert werden.

Revanche neben der Piste?

Danach ging es fast nur noch bergauf: Seinem ersten Weltcupsieg in Wengen 2025 liess er wenige Wochen später den WM-Titel in der Abfahrt folgen. Nun also darf sich der gelernte Zimmermann dreifacher Olympiasieger nennen. Inwiefern dies sein Leben verändern wird? Von Allmen denkt einen Moment nach, bevor er antwortet. «Ich werde mir treu und ich selbst bleiben», versichert er schliesslich, ist gleichzeitig aber auch gespannt darauf, «was auf mich zukommen wird.»

Vielleicht nebst einer (weiteren) grossen Party schon bald eine Revanche im «Spikeball»? Denn anders als auf der Piste zeigt von Allmen abseits davon ein paar Schwächen. «Marco und ich haben als Rennvorbereitung gemeinsam Spikeball gespielt – er hat gewonnen.» Diese Niederlage dürfte von Allmen verschmerzen können.

SRF zwei, Milano Cortina live, 11.02.2026, 11:30 Uhr

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