Die Aussicht auf die Rückkehr zur Mercedes-Dominanz vergangener Tage ist ganz nach dem Geschmack von George Russell. «Wir sind hier, um wieder um die Weltmeisterschaft zu kämpfen», sagte der nach einem Rennen WM-Führende der Formel 1.
Sein Sieg vor Teamkollege Kimi Antonelli zum Auftakt in Australien ist für die «Silberpfeile» nur ein erster kleiner Schritt. Schon dieser Tage in China dürfte klarer werden, ob sich das Werksteam des deutschen Autobauers zu Beginn der neuen Technik-Ära in der Motorsport-Königsklasse tatsächlich einen grossen Vorsprung erarbeitet hat.
Einst 8 Konstrukteurstitel am Stück
Nicht wenige nennen Mercedes, wenn es um die Favoritenrolle für die WM geht. Den bislang letzten Fahrertitel hatte Lewis Hamilton 2020 gewonnen, es war einer von insgesamt sechs für den Briten seit dem Jahr 2014 im Mercedes. Nico Rosberg holte 2016 einen weiteren, Mercedes als Rennstall heimste bis 2021 acht Konstrukteurstitel ohne Unterbrechung ein.
Nach der neusten Regelreform sind die Fahrer zu permanentem Batterie-Management aufgerufen. Vollgas fahren können sie nicht mehr komplett, sonst geht ihnen mit den neuen Motoren der Saft aus.
Viel Kritik gab es dafür unter anderem von Weltmeister Lando Norris und Vierfach-Champion Max Verstappen, der lieber immer Vollgas geben will. «Wenn er gewinnen würde, würde er das meiner Meinung nach nicht sagen», entgegnete Russell McLaren-Fahrer Norris, der ebenfalls die alten Autos vermisst.
Tricksereien mit Verdichtungsverhältnis?
Schon vor dem ersten Grand Prix hatte es Vorwürfe über angebliche Tricksereien bei Mercedes gegeben. Der Rennstall soll angeblich einen Trick gefunden haben, über das sogenannte Verdichtungsverhältnis mehr Leistung aus dem Motor herauszuholen.
Absoluter Blödsinn.
Das Mercedes-Aggregat soll die Verdichtung im Rennen auf 18:1 erhöhen, aber gleichzeitig die vom Motorsportweltverband Fia vorgegebene Grenze von 16:1 bei einem Test unter normalen Aussentemperaturen einhalten können. Teamchef Toto Wolff sprach von «absolutem Blödsinn».
Erster Sprint in China
Das vermeintliche Schlupfloch wurde nun von der Fia geschlossen, die Kompression wird ab dem 1. Juni in kaltem und heissem Zustand gemessen.
«Wir wissen, dass unsere Konkurrenten uns dicht auf den Fersen sein werden», sagte Wolff vor dem ersten Sprint-Wochenende der Saison. Bereits am Samstag werden in China acht WM-Punkte im Kurzrennen über 100 Kilometer vergeben, einen Tag später dann 25 für den Grand-Prix-Triumph. Ob Mercedes beide Erfolge einfahren kann?