Die McLaren-Doppeldisqualifikation von Las Vegas hat das WM-Rennen in der Formel 1 nochmals unerwartet spannend gemacht. Weiterhin in der Pole Position befindet sich Lando Norris – doch nun ist ein starkes Nervenkostüm gefragt.
Herausgefordert wird der Brite nicht nur von Titelverteidiger Max Verstappen im Red Bull, sondern auch von Teamkollege Oscar Piastri. Beide liegen vor dem zweitletzten Saison-GP in Katar 24 Punkte zurück.
Angriffiger Piastri
Dass sich Piastri in den Dienst von Norris stellen könnte, um McLaren den WM-Titel zu sichern, schloss der Australier aus: «Wir hatten eine sehr kurze Diskussion und die Antwort ist nein», so der 24-Jährige. Vielmehr sieht er selbst eine Titelchance: «Ich weiss, dass es nicht unmöglich ist.» Verstappen hatte seinerseits bereits nach seinem Sieg in Las Vegas angekündigt: «All in.»
Norris, der sich schon seit Montag in Lusail aufhält, gibt sich angesichts der Kampfansage der Konkurrenten zugleich respektvoll und gelassen: «Ich weiss, wozu Max in der Lage ist, und ich denke, Oscar ist das genauso», so der WM-Leader. «Und ich freue mich, ihnen einen guten Kampf auf der Strecke zu liefern.»
Das Gespenst von 2007
Vor 18 Jahren hatte McLaren-Mercedes in der WM-Schlussphase mit Lewis Hamilton und Fernando Alonso schon einmal zwei heisse Eisen im Feuer, den Titel holte aber Kimi Räikkönen im Ferrari.
Trotz dieser Déjà-vu-Gefahr verzichtet der Rennstall heuer weiterhin auf eine Stallorder. McLaren-Teamchef Andrea Stella sagte: «Bei noch zwei ausstehenden Rennen verdienen beide die Chance, um den Titel zu kämpfen.»
Er ist damit auf einer Linie mit Geschäftsführer Zak Brown, der vor kurzem gemeint hatte: «Sollte das Gleiche passieren wie 2007, dann habe ich lieber diesen Ausgang als all die anderen Möglichkeiten, weil wir einen von beiden Fahrern favorisieren würden.» Nach solchen Aussagen wäre ein Meinungswechsel komplett unglaubwürdig.