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Comeback geglückt «Ein schöner Traum»: Brignone begeistert auch Sinner

Italiens Ski-Idol Federica Brignone kehrt per Paukenschlag zurück in den Weltcup.

Das sensationelle Comeback von Federica Brignone riss auch Jannik Sinner im fernen Melbourne mit. «Sie hat etwas Unglaubliches geschafft, was fast niemandem gelingt», staunte Italiens Tennisheld nach seinem Erstrundenmatch bei den Australian Open über diese «phänomenale Athletin». Und damit war Sinner längst nicht allein, am Kronplatz verneigte sich die versammelte Ski-Elite vor der Rückkehrerin.

Brignone und Sinner trafen sich im November

Beim Riesenslalom in den Pragser Dolomiten raste Brignone auf Platz 6 – 292 Tage nach ihrem verhängnisvollen Unfall, bei dem sie einen Schien- und Wadenbeinbruch sowie einen Kreuzbandriss erlitten hatte. «Ich bin überglücklich», sagte sie, «es ist ein schöner Traum!»

Von Julia Scheib, die sich mit ihrem 4. Saisonsieg endgültig zur Goldfavoritin für Olympia aufschwang, trennten Brignone 1,23 Sekunden – egal. Die Schmerzen, die sie seit jenem schwarzen Tag bei den italienischen Meisterschaften im April täglich quälen, waren «durch das Adrenalin» fast wie weggeblasen, meinte die 35-Jährige und lächelte. «Es waren sehr grosse Emotionen für mich», sagte sie, «ich bin sehr froh.»

Im Ziel stiess sie einen Jubelschrei aus und schüttelte ungläubig den Kopf. Kein Wunder: In den Wochen nach ihrem schweren Sturz sei es sogar ungewiss gewesen, ob sie «jemals wieder richtig laufen» können würde.

Huldigungen der Konkurrentinnen

Anfang Oktober schaffte Brignone keine zehn Jogging-Minuten, Ende November stand sie erstmals wieder auf den Ski. 13 Tage waren es insgesamt vor dem Comeback. «Als ich meine Stöcke aus dem Starttor nahm», berichtete sie, «dachte ich für einen Moment: Ich weiss nicht, ob ich bereit bin.» Sie war es – und wie!

«Ich war im Sommer bei ‹Fede›, ihre Beine haben gar nicht gut ausgesehen. Dass sie jetzt hier am Start steht und auf Rang 6 fährt, ist unglaublich», adelte Camille Rast ihre Konkurrentin. Sie habe sicher nicht vergessen, wie man Ski fährt. «Es fehlt sehr wenig, bis sie wieder ganz oben ist.»

Olympiagold fehlt noch

37 Weltcupsiege, 85 Podestplätze, zweimal den Gesamtweltcup (2020, 2025), sechs kleine Kristallkugeln in vier Disziplinen, zweimal Gold und dreimal Silber bei Weltmeisterschaften, drei Olympiamedaillen – all das hat Brignone schon erreicht.

Gold bei den Spielen fehlt noch. «Ich wünsche ihr alles Gute!», sagte Sinner, der Brignone unabhängig vom Ausgang des Olympia-Abenteuers höchstpersönlich belohnen will: Mit einem gemeinsamen Skitag.

Ski

SRF zwei, sportlive, 20.1.2025, 13:15 Uhr ; 

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