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Totaler Triumph in Garmisch Die Dominanz der Schweizer Abfahrer ist «unglaublich»

Marco Odermatt und Co. feiern in Garmisch den 3. Dreifachsieg in den letzten 371 Tagen. Davon können andere Nationen nur träumen.

Was die Schweizer Abfahrer in den letzten beiden Wintern für Leistungen an den Tag legten, ist fast schon erschreckend. Einschliesslich des totalen Triumphs auf der Kandahar am Samstag fanden in den Saisons 24/25 und 25/26 15 Weltcup-Abfahrten statt. Sage und schreibe 12 (!) Mal stand in diesen ein Swiss-Ski-Athlet zuoberst auf dem Treppchen, die Schweiz eroberte 28 von 45 möglichen Podestplätzen.

In Garmisch-Partenkirchen gelangen Marco Odermatt, Alexis Monney und Stefan Rogentin die drei schnellsten Fahrten des Tages. Zum 21. Mal in Folge stand damit mindestens ein Schweizer in der Abfahrt in den Top 3 – und bereits zum 3. Mal in den letzten 371 Tagen feierte Swiss-Ski einen Dreifachsieg. «Unglaublich!», sagte Triumphator Marco Odermatt nach dem Rennen: «Ein Sieg, den es so eigentlich gar nicht geben kann. Und doch schaffen wir es schon wieder.»

Das Ausmass ist historisch

Dass solche Erfolge in der Abfahrt alles andere als selbstverständlich sind, zeigt ein Vergleich mit den anderen Top-Nationen. Vor dem Schweizer Dreifachsieg in Crans-Montana vor gut einem Jahr hatte zuletzt Österreich alle drei Podestplätze herausgefahren – vor exakt 11 Jahren, ebenfalls in Garmisch. Italien wartet seit 2000 und Frankreich gar seit 1967 auf einen Dreifacherfolg. Norwegen, die USA und Deutschland konnten derweil noch nie einen solchen feiern.

So viele Abfahrten konnte ich jetzt auch noch nicht gewinnen, speziell nicht an verschiedenen Orten. Auch diesen Klassiker zu gewinnen, ist daher mega schön.
Autor: Marco Odermatt

Gleich drei Dreifachsiege innerhalb zweier Saisons hatte es zuletzt vor 20 Jahren gegeben, als Österreich mit Grössen wie Hermann Maier oder Michael Walchhofer selbiges schaffte. Im Schweizer Team war Odermatt als einziger bei den Triumphen in Crans-Montana, Kvitfjell sowie am Samstag in Garmisch auf dem Podest.

Odermatt hat mehrfach Grund zur Freude

Der Sieg auf der Kandahar hat für den Nidwaldner nicht nur wegen des Teamergebnisses einen hohen Stellenwert: «Es ist eine Revanche für die letzten beiden Abfahrten, als ich jeweils Vierter wurde.» Zudem machte er einen grossen Schritt in Richtung kleiner Kugel. Den Vorsprung auf Verfolger Franjo von Allmen hat Odermatt zwei Abfahrten vor Schluss auf komfortable 175 Punkte ausgebaut.

«Und: So viele Abfahrten konnte ich jetzt auch noch nicht gewinnen, speziell nicht an verschiedenen Orten», schätzte der 28-Jährige weiter ein: «Auch diesen Klassiker zu gewinnen, ist daher mega schön.» Nach Wengen (4 Siege), Gröden (2) und Beaver Creek (1) war es Odermatts achter Abfahrtssieg auf der vierten unterschiedlichen Strecke.

Erleichterung bei Monney und Rogentin

Das Podest teilte er sich am Samstag mit Monney und Rogentin, die beide erstmals in dieser Saison in die Top 3 einer Weltcup-Abfahrt fuhren. «Es ist sehr schön», fand Monney: «Ich war oft nahe am Podest. Jetzt hat es mit einem sehr soliden Lauf endlich gereicht.»

Ähnlich lautete das Fazit von Rogentin: «Nach den Olympischen Spielen war ich ratlos, niedergeschlagen.» Er habe versucht, ein bisschen Abstand vom Ganzen zu gewinnen und gleichzeitig gehofft, dass der Frühlingsschnee kommt. Den mag er nämlich. Und der Wunsch wurde dem Bündner erfüllt. Auf sulzigem Untergrund fuhr er auf Rang 3 – eine Erleichterung: «Dass das heute geklappt hat, tut gut.»

Weltcup Männer

SRF zwei, sportlive, 28.2.26, 11:15 Uhr ; 

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