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Überraschungsmann in Wengen Iten: Nach Rückenleiden ins Rampenlicht

Matthias Iten wird im Slalom von Wengen überraschender 6. Der 26-Jährige trotzt in dieser Saison chronischen Rückenproblemen.

Da sitzt er, Matthias Iten, in der Leaderbox von Wengen. Als 23. des ersten Laufs sieht er, wie Fahrer um Fahrer hinter ihn zurückfallen. Vor allem im letzten Sektor verlieren seine Konkurrenten immer wieder viel Zeit auf ihn. Dann wird es zweimal ganz knapp: Michael Matt und Filip Zubcic liegen in den Zwischenzeiten lange vor dem Zuger, doch auch ihnen fehlen am Ende zwei Hundertstel. Erst die Top 5 des ersten Laufs schaffen es, den Aussenseiter noch von der Spitze zu verdrängen.

«Vor heimischem Publikum mit der grünen Zeit ins Ziel zu kommen: Davon träumt man, und dafür trainiert man den ganzen Sommer», sagt Iten, nachdem sein 6. Rang feststeht – es ist sein bestes Resultat im Weltcup. Dieses erreicht er mit der Bestzeit im 2. Lauf, wobei er natürlich auch davon profitiert, dass die von der Sonne beschienene Piste mit jedem Fahrer an Qualität verliert. Allerdings musste sich der Athlet mit der Startnummer 44 den Einzug in die Entscheidung auch erst verdienen.

Geringe Trainingsumfänge wegen Rückenproblemen

Iten wurde in seiner Karriere von Verletzungen gebremst. Ein chronisches Rückenleiden führte dazu, dass er mehrmals pausieren musste und bis heute im Vergleich zu seinen Teamkollegen dosiert trainiert. Diese merkten bereits im Herbst, dass Iten, wenn er fährt, oft mit den Besten mithält. «Wir wissen schon länger, dass er schnell ist», sagte Loïc Meillard. «Es ist absolut verdient, dass es heute im Rennen auch geklappt hat.»

Da fehlen mir ein wenig die Worte.
Autor: Matthias Iten

Iten gab sein Weltcup-Debüt vor zwei Jahren im Slalom von Adelboden. Bis zu seinen ersten Weltcup-Punkten sollten jedoch fast zwei Jahre vergehen. Diese holte er sich Mitte Dezember mit dem damals bereits sensationellen 10. Platz in Val d'Isère. Es folgte Rang 27 in Alta Badia, ehe er in Madonna di Campiglio ausschied und in Adelboden die Qualifikation für den 2. Lauf klar verpasste.

Ist er in Bormio dabei?

Mit Platz 6 in Wengen gewann Iten also erst zum dritten Mal Weltcup-Punkte. Doch nicht nur das: Er erfüllte auch die Selektionskriterien für die Olympischen Spiele. Ob er von den Trainern tatsächlich für Bormio nominiert wird, ist eine andere Frage. Argumente für sich hat der Innerschweizer jedoch gesammelt. «Da fehlen mir ein wenig die Worte», sagte Iten. «Bis jetzt war für mich die grosse Herausforderung, mich überhaupt für den 2. Lauf zu qualifizieren.»

Starke Leistungen wie jene von Wengen führen dazu, dass er eine bessere Startnummer erhält. Gross darüber nachdenken möchte Iten allerdings nicht. «Einfach so weitermachen, dann kommt es gut.»

Yule und Meillard enttäuscht

Nicht am anderen Ende der Gefühlslage, aber dennoch enttäuscht präsentierten sich die beiden weiteren Schweizer, die in die Punkte fuhren. Meillard trauerte als Vierter dem verpassten Podest nach und ärgerte sich darüber, dass er im zweiten Lauf weder den Rhythmus noch die Spur gefunden habe.

Daniel Yules 18. Platz war zwar sein zweitbestes Resultat der Saison, der Walliser verpasste jedoch die Top 15 und damit das Erreichen der Olympia-Selektionskriterien. Er hat in Kitzbühel noch eine Chance, wobei der Druck gross sein wird. Darauf angesprochen winkte Yule ab: «Wenn ich es in acht Slaloms dieser Saison nicht schaffe, zweimal in die Top 15 zu fahren, habe ich ganz andere Probleme als Olympia.» Auch er hielt fest, dass er es Iten nach dessen Leidensgeschichte besonders gönne, im Rampenlicht zu stehen.

SRF zwei, Sportlive, 18.01.2026, 12:45 Uhr ; 

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