Franjo von Allmen ärgerte sich nach dem Super-G in Wengen sichtlich. «Man sollte es langsam wissen, dass man dort die Geduld haben muss», sagte der Berner Oberländer im Interview. Mit «dort» meinte der 24-Jährige den Canadian Corner, die berüchtigte Rechtskurve, die schon so manchem Fahrer Probleme bereitet hat.
Von Allmen wählte an ebendieser Stelle eine sehr direkte Linie. In der Folge drückte es ihn weiter nach unten als geplant. «Wenn man dort die Höhe nicht hat, wird es einfach schwierig, das Tempo mitzunehmen», so von Allmen. Genau dieses Tempo fehlte ihm anschliessend. Im zweiten Sektor fuhr der Abfahrtsweltmeister nur die 16.-schnellste Zeit.
Odermatt hat «zu lange gewartet»
Am Ende reichte es von Allmen dank einer zwischenzeitlichen Aufholjagd dennoch zu Platz 3. Für die Schweizer geht damit eine eindrückliche Podestserie weiter: Seit der Super-G in Wengen seinen festen Platz hat (2022), stand immer mindestens ein Schweizer auf dem Podest.
Geduld ist auch für Marco Odermatt ein gutes Stichwort. Während von Allmen davon etwas zu wenig hatte, war es beim Nidwaldner zu viel. Er habe sich im Kernen-S vorgenommen, Geduld zu haben und noch etwas länger zu warten – «und dann habe ich zu lange gewartet».
Schlecht gelaunt oder gar angefressen war Odermatt nach dem Rennen deswegen nicht. «Ich bin sehr zufrieden, es war ein solides Rennen. Ohne Fehler könnte ich ganz vorne dabei sein, mit einem kleinen Fehler wäre es ein Podest. Und so ist man dann halt Vierter und es ist alles im Lot.» In Sachen Konstanz macht Odermatt im Super-G jedenfalls keiner etwas vor: In Wengen fuhr er zum 29. Mal in Folge in die Top 7.