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Allein und glücklich? Für junge Menschen kann das Single-Leben belastend sein

Allein und frei sein, ohne feste romantische Beziehung, das ist Zeitgeist und für viele Junge Menschen der Schlüssel zum Glück. Doch das Single-Leben kann zu psychischen Belastungen führen, verdeutlicht eine neue Studie.

Demnach werden junge Menschen unzufriedener und fühlen sich immer einsamer, wenn sie über längere Zeit Single bleiben. Besonders deutlich treten diese Effekte in den späten Zwanzigern auf, wenn oftmals auch depressive Symptome zunehmen.

Person in winterlicher Landschaft auf verschneitem Weg.
Legende: Daten zeigten, dass gebildete junge Männer länger Single bleiben. IMAGO / Westend61

Die Studie zeigt auch: Die erste feste Beziehung macht zufriedener und weniger einsam, kurzfristig als auch langfristig. Auf depressive Beschwerden hatte eine erste Partnerschaft jedoch keinen messbaren Einfluss.

Die Daten hinter der Analyse

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Die Studie untersuchte langfristig über 17'000 junge Menschen aus Deutschland und Grossbritannien, die zu Beginn der Analyse noch nie in einer Beziehung waren. Sie wurden jährlich befragt und wurden über mehrere Jahre begleitet. Die jüngsten waren 16 Jahre alt, das Höchstalter der Studienteilnehmenden war 29 Jahre. «Eine Stärke der Studie ist, dass die Daten unter anderem aus Haushaltsbefragungen stammen und aus drei repräsentativen Studien aus zwei Ländern stammen», erklärt Studienleiter Martin Krämer von der Uni Zürich.

Die Schweiz ähnle Grossbritannien und Deutschland in vielen Aspekten, wie zum Beispiel Bildungsstandart, Anteil Singlehaushalte und Anteil Studierende. «Aber wahrscheinlich gibt es schon auch Einzelheiten, die für die Schweiz speziell sind, und sich nicht eins zu eins übertragen lassen.» Martin Krämer plant Anschlussprojekte, in denen er auf Schweizer Singles fokussiert.

In der Jugend unterscheiden sich Dauer-Singles und später liierte Personen im Bezug aufs Wohlbefinden kaum. Die Unterschiede wachsen aber mit zunehmendem Alter deutlich. Insgesamt seien die Risiken des Single-Dasein für das psychische Wohlbefinden moderat, aber wachsend.

Was die Studie bedeutet

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Die Studie untersuchte die Aspekte allgemeine Lebenszufriedenheit, Einsamkeit und Depression bei jungen Singles. Andere Studien zeigten durchaus positive Effekte des Single-Daseins auf Aspekte wie zum Beispiel Autonomie. Was also sollen junge Menschen für sich ableiten? «Konkret etwas abzuleiten ist schwierig», sagt Studienautor Martin Krämer. «Ich finde daran besonders interessant, dass es letztlich um eine Abwägung grundlegender menschlicher Bedürfnisse geht. Menschen brauchen sowohl Autonomie und Unabhängigkeit als auch Nähe und Verbundenheit – und vielleicht geht es darum, zwischen beidem eine bessere Balance zu finden.»

Die Daten zeigten auch, dass Männer und höher gebildete Personen länger allein bleiben. Sowie junge Erwachsene, mit geringerem aktuellem Wohlbefinden, und solche, die noch bei den Eltern oder alleine leben.

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