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Mit Kleintieren auf Altersheimtournee
Aus Puls vom 13.10.2014.
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Auf tierischer Mission im Altersheim

Zwerghühner und Meerschweinchen auf Altersheimbesuch: Barbara Schaerer hat einen Weg gefunden, mit Tieren alten und dementen Menschen im Altersheim Freude zu bereiten, ohne grossen Aufwand und hohe Kosten zu verursachen.

Auf die Idee gekommen ist sie aus Frust: Als Beraterin von Altersheimen in Sachen Tierhaltung erkannte Barbara Schaerer, dass viele gut gemeinte Vorhaben im Sand verlaufen. «Es braucht sehr viel, dass es für das Tier und die Bewohner stimmt, und für das Heim machbar ist.»

Also suchte die ausgebildete Fachfrau für tiergestützte Intervention nach Alternativen, wie man Tiere ins Heim bringen kann, ohne das Tier zu belasten und dem Heim einen grossen Aufwand aufzubürden. Seit 2013 tourt sie nun professionell mit Meerschweinchen und Zwerghühnern durch die Altersheime im Zürcher Oberland.

Der Erfolg gibt ihr Recht

Wo sie hinkommt, freuen sich Heimpersonal und Heimbewohner gleichermassen. Aus einem Probebesuch im Altersheim Rosengarten entwickelte sich schnell mehr. «Wir waren alle so begeistert, dass wir das gleich weiter gezogen haben», strahlt die stellvertretende Leiterin Anita Graf. Alle zwei Monate kommt Babara Schaerer nun zu Besuch. «Für uns ist das viel angenehmer als selbst Tiere zu halten, die wir pflegen und auch am Wochenende füttern müssten», meint Anita Graf.

Sehr wichtig ist es Barbara Schaerer, dass es auch ihren Tieren gut geht. Schon bei der Anschaffung eines neuen Meerschweinchens schaut sie auf den Charakter. «Die Tiere bringen einen Grundcharakter mit, wie Menschen auch – es gibt die Ruhigen, die Frecheren, die Ängstlichen. Man merkt schnell, ob ein Tier neugierig und keck genug ist für einen Einsatz im Altersheim.»

Grosser Einsatz, kleine Entschädigung

Gemessen am Aufwand und der für den Job notwendigen Qualifikationen ist die Aufwandentschädigung von 300 Franken plus Spesen in den Augen von Barbara Schaerer zu gering. Immerhin ist sie pro Besuch vier bis fünf Stunden unterwegs und das immer mit Hilfe ihres Mannes. Leben könnten die Schaerers nie von ihrer Dienstleistung. Dass sie trotzdem weitermachen, hat mit ihrer starken Motivation zu tun. Barbara Schaerers Mutter war an Demenz erkrankt und so erlebte sie, wie viel oder eben wie wenig es braucht, um Demente aus ihrer Zurückgezogenheit zu locken.

Und bei bisher jedem Besuch in einem Heim erlebte Barbara Schaerer, wie die Menschen aufblühen. «Es ist jedes Mal ein Geschenk», sagt sie und erklärt damit auch, warum sie all den Aufwand auf sich nimmt.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von S. Friederich , Winterthur
    Eine tolle Sache!
  • Kommentar von jürg bläuer , arth
    habe bei meiner zeit als tierschutzlehrer mal von meerschweinchen und schreckstarre gehört... gilt das in heimen nicht?
  • Kommentar von p.keller , kirchberg
    Mit Vorgabe humanitärer 'Dienstleistung' Geld verdienen - man kennt das mittlerweile.
    1. Antwort von C. Müller , Sarganserland
      Vergleichen sie jetzt gerade allen ernstes ein Sondersetting für ein Gewalttäter für 30'000.- mit mehreren unbescholtenen alten Leuten denen für 300.- Franken einen Nachmittag in 2 Monaten ein bisschen Abwechslung und Freude gebohten wird? Echt jetzt?