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Ebola-Ausbruch Kongo-Kinshasa Forschende suchen unter Hochdruck Impfstoffe und Medikamente

Im Osten Kongo-Kinshasas verbreitet sich das Ebola-Virus und die Medizin hat wenig dagegen in der Hand. Forscher und Forscherinnen tun sich nun zusammen, um möglichst rasch Medikamente und Impfstoffe zu liefern.

Worum geht es? Wissenschaftler, die sich mit dem Ebola-Virus auskennen, sind im Dauereinsatz, seit der Ausbruch bekannt ist. Welche Tests spüren das Virus am sichersten auf, welche Medikamente können bei dieser seltenen Ebola-Variante den Erkrankten helfen, und wie ist der schnellste Weg zu einem wirksamen Impfstoff.

Worauf kommt es jetzt an? Es gibt zu vielen wissenschaftlichen Fragen sowohl veröffentlichte Studien, als auch unveröffentlichte Daten und informelles Wissen. Es gilt jetzt, dieses Wissen zusammenzuziehen. Das können Daten zu Zellversuchen mit dem Medikament Remdesivir sein, die zeigen, dass es allenfalls auch gegen die Bundibugyo-Variante wirkt, oder erste Informationen zur Wirksamkeit von Impfstoffkandidaten. Gleichzeitig gibt es Gespräche mit Impfherstellern, die wenn die Datenlage klar ist, ihre Produktion hochfahren können. Die Behörden der betroffenen Länder begutachten Anträge auf klinische Studien und bereiten sich darauf vor, Medikamente und Impfstoffe dann auch regulär zuzulassen.

Gruppe von Personen in einem formellen Gespräch vor einer blauen Wand mit Logo.
Legende: Wissenschaftler und Vertreter der Weltgesundheitsorganisation WHO arbeiten an möglichst schnellen Lösungen zur Eindämmung der Bundibugyo-Variante des Ebolavirus. (Bild Pressekonferenz WHO vom 22.5.2026) KEYSTONE/Martial Trezzini

Was kann man erwarten? Es gibt Hinweise, dass der Impfstoff für die Zaire-Variante durch eine Kreuzreaktion zumindest teilweise schützen könnte. Dazu kommen zwei Impfstoffkandidaten, von denen einer schon vor Jahren entwickelt, aber nie zur Marktreife gebracht wurde. Ausserdem ein Medikament und eine Antikörpertherapie, die Kranken helfen könnten. Schliesslich gibt es ein Medikament, mit dem man Kontaktpersonen von Infizierten prophylaktisch behandeln könnte, so dass diese nicht krank werden und keine weiteren Menschen anstecken. All diese Ansätze müssen jetzt vor Ort darauf getestet werden, wieviel sie wirklich taugen.

Ist absehbar, wie sich der Ausbruch weiterentwickelt?

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Es ist klar, dass dieser Ausbruch gefährlich und schwer einzudämmen ist. Der letzte Grössere in der Region war 2018-19, und liess sich nur eindämmen, indem breit der Zaire-Impfstoff eingesetzt wurde. Auch das dauerte schon neun Monate. Das Gebiet, in dem sich Menschen aktuell gesichert mit Ebola infiziert haben, ist schon jetzt sehr gross: 80.000 Quadratkilometer, dort leben 15 Millionen Menschen. Die Gesundheitsversorgung vor Ort ist schlecht, zusätzliche Ebola-Behandlungszentren einzurichten ist entscheidend, wird aber durch die Gewalt erschwert.

Welcher Zeitrahmen ist realistisch? Im Prinzip kann es schnell gehen, vor allem für Medikamente, weil die Konzepte für vereinfachte, schnelle Studien fertig in der Schublade liegen, und Medikamente, wie Remdesivir auch gut verfügbar sind. Was Impfstoffe angeht, wäre der Impfstoff für die Zaire-Variante am schnellsten verfügbar, sollte sich bestätigen, dass er zumindest teilweise von der Bundibugya-Variante schützt. Die Universität Oxford arbeitet zudem an einem Impfstoff, der ihrem Corona-Impfstoff ähnelt, der könnte in 2-3 Monate in klinische Studien gehen. US-Forscher entwickeln einen Impfstoff, der vom Konzept her dem ähnelt, der schon jetzt gegen die Zaire-Variante eingesetzt wird. Dieser wäre frühestens in sechs bis neuen Monaten für klinische Tests vor Ort parat. Er ist aber nach Einschätzung der WHO der vielversprechendste. Verzögernd wirkt in allem die schwierige Sicherheitslage vor Ort.

Person mit Maske und Handschuhen hält Spritze.
Legende: Bereits während früherer Ebola-Ausbrüche wurden Impfstoffe entwickelt und wie hier 2014 am Universitätsspital Lausanne getestet. KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Was hat sich seit dem grossen Ebola-Ausbruch 2014 bis 2016 verändert? Bei diesem Ausbruch dauerte es mehr als ein Jahr, bis ein erster Impfstoff überhaupt getestet werden konnte. In der Breite konnte der Impfstoff erst gegen Ende des Ausbruchs eingesetzt werden. Dass sich das so hinzog, ist ein Grund dafür, dass die Organisation CEPI 2017 gegründet wurde. Ihr Ziel ist es, im Voraus Konzepte für den Ernstfall zu entwickeln und um dann schnell zu reagieren. Auch die WHO hat ihre Strukturen angepasst und hat Expertengruppen eingerichtet, die sich auch zwischen Krisen regelmässig treffen und austauschen.

28.05.27, 18 Uhr, Echo der Zeit ; 

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