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Legende: Wenn alles dunkel erscheint, sollten sich auch Ältere professionelle Hilfe holen. imago
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Wenn alles schwerer fällt, sind Depressionen nicht selten

Niemand ist vor einer Depression gefeit. Gerade im Alter ist man besonders gefährdet: Die körperlichen Kräfte lassen nach, Angehörige und Freunde sterben und alles wird mühsamer.

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Depression im Alter
04:35 min, aus Musikwelle Magazin vom 30.11.2015.
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Freunde, Verwandte, der Partner erkranken und sterben langsam weg. Die eigene Gesundheit wird fragil, das selbständige Leben immer schwerer, die früheren Hobbys sind vielfach nicht mehr möglich: Wer älter wird, muss mit vielen Veränderungen zurechtkommen, viele davon sind Abschiede. Es kann schwer fallen, alte Zielvorstellungen, die nicht mehr realisierbar sind, loszulassen und sich neu zu orientieren.

Als Rentner auf dem Abstellgleis

Sich überflüssig oder als Belastung zu empfinden, die berufliche Anerkennung und dortige Kontakte mit dem Eintrtt ins Rentnerdasein zu verlieren können zu Depressionen oder Angststörungen führen. Der traurige Beleg dafür: Ab 65 steigt für Männer die Kurve der Suizide sprunghaft an.

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Das komplette Interview mit Dr. Bernadette Ruhwinkel
26:03 min, aus Audio SRF 1 vom 09.09.2014.
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Vielfach das Problem: Gerade bei Älteren wird eine Depression schnell als Demenz fehldiagnostiziert. «Nach einem Herzinfarkt oder einer schweren Erkrankung ist es zum Beispiel eine ganz häufige Komplikation, dass man danach in ein Tief kommt oder in Ängste verfällt», sagt Bernadette Ruhwinkel, Chefärztin in der Alterspsychiatrie der Integrierten Psychiatrie Winterthur und Zürcher Unterland.

«Dann geht man nicht mehr so oft raus und sitzt allein daheim. Das führt dann dazu, dass man immer trauriger wird. Der ältere Mensch kommt aus dieser Abwärtsspirale alleine oft gar nicht mehr heraus.»

Doch gerade das ist die beste Medizin gegen die Depression. «Auch wer einen Rollator hat, an Stöcken geht oder langsam zu Fuss unterwegs ist, sollte raus», sagt Psychiaterin Daniela Lutz. Eine Stunde Tageslicht wirkt wahre Wunder. Und wenn man zusätzlich noch soziale Kontakte hat, ist das doppelt gut.

Auch der Körper leidet mit

Ziehen sich Ältere zunehmend zurück, sind die Folgen vielschichtig: Nicht nur die Psyche leidet, auch der Körper baut ab. Wer viel zuhause sitzt, verliert seine Muskelkraft, die Gelenke werden steifer, Herz und Kreislauf schwächer – und in der Folge fällt es noch schwerer, wieder ein aktives Leben zu führen.

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Psychotherapie im Alter: Es ist nie zu spät!
06:09 min, aus Musikwelle Magazin vom 08.09.2014.
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Da hilft es dann, auch im Rahmen einer Therapie die Ressourcen eines Menschen aufzudecken: «Es gibt Patienten, die singen gerne oder wir stellen fest, dass sie eine schöne Stimme haben. Wir schauen dann, ob ein Chor oder auch Gesangsunterricht eine Möglichkeit wäre, um wieder Beziehungen zu knüpfen», schildert Bernadette Ruhwinkel die Therapiearbeit.

Therapien lohnen auch im hohen Alter

Das Ordnen der Vergangenheit, der konstruktive Umgang mit der noch zu erwartenden Lebenszeit, die Achtsamkeit im Umgang mit den nahen Menschen und dem wertvoll Geschaffenen, die offene Auseinandersetzung mit dem Sterben und dem Tod entlasten die Betroffenen und ihre Bezugspersonen und tragen zu einem beschwerdefreieren Leben im Alter bei.

«Auch mit 90 sind Depressionen und Angsterkrankungen noch behandelbar», macht Bernadette Ruhwinkel Mut. «Es ist ganz wichtig, sich immer vor Augen zu halten: Ein gesundes Altern ist auch ein glückliches und zufriedenes Altern.» Dem pflichtet auch Psychiaterin Daniela Lutz bei. «Es kann manchmal ganz gut sein, sich mal mit jemand Aussenstehendem wie einem Psychiater zu unterhalten» – bei ihm kann man dann auch Sorgen und Ängste «abladen». Und wenn das nichts bringen, können auch von ihm verordnete Medikamente helfen, wieder Licht im Dunkel zu sehen.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe , Gwatt
    Wie soll sich denn ein alter Mensch Hilfe holen wenn er unter einer Depression leidet hä? Das ist genau so eine Antwort, wie die heutige Gesellschaft tickt: eigentlich hat keiner mehr wirkliches Mitgefühl. Einem alten Mensch merkt man es sofort an, wenn eine Depression da ist, vor allem wenn dies nach einer schwierigen Zeit auftritt. Dann sind Nachbarn, Bekannte, Ärzte,die Kirche, Heilsarmee, dafür verantwortlich, zu sehen dass man selber hilft oder dass dieser Mensch vorübergehend Hilfe erhält.
    1. Antwort von Roman Loser , Embrach
      Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied!
  • Kommentar von Paul Grunder , Teufen AR
    Die Kommentarlänge wird überschritten. Drum vereinfachend : wer nicht glücklich ist oder wer sich nicht um seine Zufriedenheit bemüht, wird depressiv.
  • Kommentar von Thomas Schweizer , Schweiz
    Zitat: "Und wenn das nichts bringen, können auch von ihm verordnete Medikamente helfen, wieder Licht im Dunkel zu sehen." Profitgier geht vor Gesundheit der Menschen - Schweiz ist weltweit führend diesbezüglich. Mit Medikamenten vollstopfen wie eine Weihnachtsgans ist das traurige Elend. Die Verantwortlichen sollen für ihre Taten gerade stehen.
    1. Antwort von Peter Müller , Basel
      @Thomas Schweizer: mit Verlaub, was sie sagen ist blanker Unsinn und kann nur von jemanden kommen, der selber noch nie eine Depression erleben musste. Ich war sehr sehr froh, dass mir Medikamente geholfen haben, wieder Fuss zu fassen. Mag sein, dass eine Pharmafirma damit Geld verdient, aber ich kann bestätigen, dass Antidepressiva für mich ein Segen waren.