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Olympics und Paralympics Sollten die Spiele in Zukunft früher stattfinden?

Milano Cortina hat gerade begonnen, 2030 wird in den französischen Alpen und 2034 in Salt Lake City um olympische Medaillen gekämpft. Und danach? Wo – und vielleicht sogar wann – künftige Winterspiele stattfinden, wird wohl auch durch den Klimawandel bestimmt.

Es sind für Wintersportlerinnen und Wintersportler die Highlights schlechthin. Aber auch für deren Fans und die Stakeholder: die Olympischen Winterspielspiele im Februar und die Paralympischen Winterspiele gleichenorts im März. Nichts Höheres kann man erreichen als eine Medaille an den Spielen. Wirtschaft und Tourismus erwarten Impulse und Gewinne, Fans die grössten Emotionen. Doch wie lange noch?

In den vergangenen 50 Jahren haben sich die Winter auf der Nordhalbkugel deutlich verkürzt. Und die Klimaszenarien zeichnen von der Zukunft ein klares Bild: Immer wärmere und kürzere Winter, weniger Schnee und ein Anstieg der Nullgradgrenze um bis zu 1000 Meter. Das hat direkte Folgen für den Wintersport – und die Spiele.

Liste möglicher Destinationen schrumpft

Eine Studie untersuchte 93 frühere, potenzielle Olympia-Standorte mit Pisten, die den Vorgaben des internationalen Skiverbands FIS entsprechen. Das Ergebnis: Die Zahl schneesicherer Austragungsorte nimmt deutlich ab. Unter Einhaltung der Pariser Klimaziele wären in den 2050er-Jahren noch rund 50 Standorte für Olympische Winterspiele geeignet, in den 2080er-Jahren nur noch etwa 40.

Ohne zusätzliche Klimaschutzmassnahmen sinkt diese Zahl drastisch. Besonders kritisch ist die Lage für die Paralympischen Winterspiele. Je nach Klimaszenario könnten bis 2080 weltweit nur noch einige wenige geeignete Austragungsorte übrigbleiben.

Die Kriterien des IOC

Diese Entwicklung betrifft nicht nur Wettkämpfe, sondern auch Infrastruktur, Organisation sowie die Sicherheit der Athletinnen und Athleten. Studien zeigen, dass höhere Temperaturen und schlechtere Schneequalität das Verletzungsrisiko erhöhen. Viele Spitzensportlerinnen und -sportler machen sich Sorgen um die Zukunft ihres Sports.

Farbiges Olympics Logo mit fünf Ringen und farbiges Paralympics Logo mit drei Agitos. Dahinter Berge mit Schnee.
Legende: Die hohen Temperaturen gefährden vor allem die Paralympischen Spiele. Reuters/Claudia Greco

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat Schnee- und Klimasicherheit zu zentralen Kriterien bei der Auswahl künftiger Gastgeber gemacht. Es fordert unter anderem die Nutzung bestehender oder temporärer Sportstätten, um Kosten und CO₂-Ausstoss zu senken. Und es sollen nur noch klimaverlässliche Austragungsorte berücksichtigt werden. Diese Kriterien kamen bereits bei der Vergabe der Spiele 2030 und 2034 zur Anwendung.

Kurzfristige Lösungen gesucht

Ob diese langfristigen Strategien des IOC zum Klimaschutz greifen und die Zukunft der Spiele retten können, bleibt offen. Inzwischen macht man sich auch Gedanken über kurzfristige Lösungen. Wie könnte man Olympische und Paralympische Spiele klimaresilienter machen?

Eine Untersuchung dazu spielt verschiedene Szenarien durch und identifiziert eine vielversprechende Option: die Winterspiele um zwei bis drei Wochen vorzuverlegen. Die Olympischen Winterspiele würden dann Ende Januar bis in die erste Februarwoche stattfinden, die Paralympischen Winterspiele Ende Februar bis in die erste Märzwoche.

Dadurch steigt vor allem die Zahl klimatisch verlässlicher Austragungsorte für die Paralympischen Spiele deutlich, während sie für die Olympischen Spiele nur leicht sinkt. Vollkommen offen ist, was die Verbände und andere Stakeholder zu so einer Termin-Verschiebung sagen würden. Der Strahlkraft der Spiele würde sie wohl wenig anhaben.

SRF 2, Milano Cortina live – Eröffnungsfeier, 6.2.2026, 19:00 Uhr

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