Alles läuft heute digital. Auch an der Kasse greifen die meisten Leute zum Handy statt zum Portemonnaie. Da kommt es einem schon fast anachronistisch vor, seinem Kind einen Fünfliber in die Hand zu drücken – wozu den Umgang mit Eisenmünzen lehren, wenn es am Ende wie alle anderen digital bezahlen wird?
Braucht mein Kind eine Banking-App?
Digitales Bezahlen ist heute allgegenwärtig. Sobald Kinder grössere Einkäufe machen als Kaugummis am Kiosk, wäre es auch für sie praktisch. Trotzdem ist es für Kinder wichtig, physisches Geld kennenzulernen, bevor sie zum digitalen Geld wechseln: Mit Münzen lernen Kinder besser als mit abstrakten Konzepten. Die Budgetberatung Schweiz empfiehlt ein eigenes Bankkonto ab der Oberstufe.
Welche Bank-Apps für Kinder gibt es in der Schweiz?
Die meisten Banken bieten Jugendkonten inklusive App ab 10 oder 12 Jahren, meist sogar gratis. Das Kinderkonto der UBS gibt es bereits schon ab sechs Jahren. Ein eigenes Konto unabhängig von den Eltern bietet zum Beispiel die Neobank «Yuh», allerdings erst ab 14 Jahren.
Wie sicher sind diese Apps?
Banking-Apps von Schweizer Banken sind meist sehr sicher. Kinder- und Jugendkonten bieten zudem meist zusätzlichen Schutz, zum Beispiel kann man damit nicht ins Minus gehen und Schulden machen. Allerdings ist wie immer im digitalen Raum die Cyberhygiene wichtig: starke Passwörter setzen und nicht auf zwielichtige Links klicken.
Worauf müssen Eltern achten?
Im besten Fall begleiten Eltern ihre Kinder bei ihren ersten Schritten ins digitale Banking. Sie sollten sich die Funktionen der App gemeinsam anschauen und zum Beispiel zusammen mit dem Kind ein Budget erstellen, Limiten einrichten und Kaufentscheidungen reflektieren.
Besonders wichtig laut Budgetberatung Schweiz: Die Kinder selbständig entscheiden und auch Fehler machen lassen, denn so können sie am besten lernen. Und je früher ein Fehler passiert, desto weniger schlimm die Konsequenzen.
Wo lauern Fallen beim Übergang zum Erwachsenenkonto?
Mit dem 18. Geburtstag verschiebt sich das Narrativ von einem Tag auf den nächsten von «Schutz» zu «Selbstverantwortung». Je mehr Verantwortung die Jugendlichen vorher schon schrittweise tragen lernen, desto besser.
Aber junge Erwachsene, insbesondere junge Männer, sind anfällig für Spielsucht. Auf den sozialen Medien werden sie mit der Botschaft bombardiert, dass «richtige Männer» mit Investieren reich werden sollten. «Finance Influencer» preisen riskante Anlagestrategien wie Krypto oder Daytrading an – im Gegensatz zum klassischen Investieren, bei dem man ein diversifiziertes Portfolio eröffnet und mindestens fünf Jahre nichts anfasst, führen diese Strategien jedoch im Schnitt zu Verlusten.