Tierische Mitbewohner - Hunde verändern die Raumluft
Eine Studie aus Lausanne hat erstmals gemessen, was die Vierbeiner an Gasen, Partikeln und Mikroben in Innenräume bringen. Die Ergebnisse sollen realistischere Berechnungen der Luftqualität in Wohnungen ermöglichen.
Wie Menschen die Luft in Räumen beeinflussen, ist gut erforscht. Nun weiss man auch mehr darüber, was unsere tierischen Mitbewohner so von sich geben.
Legende:
Hunde können das psychische Wohlbefinden fördern. Grosse Hunde produzieren aber auch ähnlich viel CO2 wie Menschen und transportieren Mikroben und Staub nach drinnen, was nicht zwingend negativ ist.
IMAGO / Westend61
Ein grosser Hund stösst laut einer Studie im Ruhezustand etwa gleich viel CO2 aus wie ein erwachsener Mensch. Auch die Menge des abgegebenen Ammoniaks ist vergleichbar. Ammoniak entsteht beim Abbau von Proteinen und wird über die Haut und Atemluft freigesetzt.
Taxi für Pilze und Bakterien
Wenn Hunde sich schütteln oder kratzen wirbeln sie Staub, Pollen, Pflanzenreste und Mikroben auf, die sie von draussen nach drinnen transportieren. Grosse Tiere setzen dabei zwei- bis viermal mehr Mikroorganismen frei als ein Mensch. Negativ muss das nicht sein: Mehr und unterschiedlichere Mikroben könnten laut Studien das Immunsystem stärken, besonders bei Kindern.
Streicheln führt zu Reaktionen mit Ozon
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Ein weiterer Aspekt betrifft chemische Reaktionen mit Ozon, das von aussen in Wohnungen gelangt. Ozon reagiert beim Menschen mit Hautfetten und bildet neue Stoffe, wie zum Beispiel Aldehyde oder Ketone.
Beim Menschen spielt dabei ein Bestandteil des Hauttalgs (Squalen) eine Rolle, den Hunde selbst nicht produzieren.
Doch beim Streicheln übertragen Menschen Hautrückstände - und damit auch Squalen - auf das Fell der Tiere, die dann ebenfalls mit Ozon reagieren. Im Schnitt bildeten Hunde dabei allerdings rund 40 Prozent weniger Ozon-Reaktionsprodukte als Menschen.
In der Studie wurde eine Gruppe mit drei grossen Hunden untersucht (Mastiff, Tibetdogge, Neufundländer) und eine mit vier kleinen Chihuhuas.