Ab 2032 sollen zumindest zeitweise Nasa-Astronauten auf dem Mond leben. Die Artemis-Mondbasis soll laut Nasa Hunderte Quadratmeilen gross werden – mit hüpfenden Drohnen und neuen Mondrovern. Wie das gehen soll, erklärt Angelika Kren von der SRF-Wissenschaftsredaktion.
Wie ist der Weg zur US-Mondbasis?
Die Nasa will in drei Phasen vorgehen: 1. In der bereits angelaufenen Phase geht es darum, den Zugang zum Mond verlässlich zu sichern. Bis 2029 sind rund 25 Flüge zum Mond geplant, 21 von ihnen sollen auf dem Mond landen und insgesamt vier Tonnen Material deponieren. Drohnen sollen zudem den Südpol des Mondes genau untersuchen, um den richtigen Standort für die Station zu bestimmen.
Wann werden die Mond-Anlagen gebaut?
In Phase 2 sollen von 2029 bis 2032 Anlagen gebaut werden, die die Grundversorgung der künftigen Mondbewohner sichern sollen. Dazu braucht es einen geeigneten Ort – für die Wissenschaft, die Technik, die Energieversorgung, für das Leben auf dem Mond. Am Südpol werden in tiefen Kratern Eisvorkommen vermutet. Damit hätte man Trinkwasser, ausserdem könnte man Sauerstoff und womöglich dereinst sogar Treibstoff herstellen. Die Behausungen am Südpol sollen an Orten errichtet werden, wo permanent die Sonne scheint. Die Anlagen zur Energieerzeugung, darunter auch Atomkraftwerke, sollen dagegen etwas entfernt aufgestellt werden – zum Schutz vor der Strahlung. Nach 2032 läuft dann Phase 3 an: Dann soll eine Astronauten-Crew der Nasa «semipermanent» auf dem Mond präsent sein.
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Wie realistisch sind diese Pläne?
Es ist ein sehr sportlicher Plan, wenn die Nasa ab 2032 in Teilen permanent vor Ort sein will. Wenn man zurückschaut, konnten in der Vergangenheit ziemlich oft angekündigte Pläne nicht eingehalten werden. Zuletzt etwa bei der Artemis-II-Mission – die bemannte Mondumrundung. Sie war ursprünglich für 2024 geplant, doch erst an Ostern 2026 wurde sie Realität.
Ist das technische Know-how vorhanden?
Was die Herstellung von Wasser und Sauerstoff angeht, hat man eine Vorstellung, wie das gehen soll. Auf der Internationalen Raumstation (ISS) hat man ja das gleiche Problem – und die ist seit mehr als 25 Jahren ständig bewohnt. Vieles aber muss erst noch entwickelt oder weiterentwickelt werden. Das lässt sich die Nasa jetzt Hunderte Millionen Dollar kosten. Einige Firmen haben denn auch konkrete Aufträge erhalten: Lunar Outpost (220 Mio. Dollar) und Astrolab (219 Mio. Dollar) sollen Mondfahrzeuge bauen und liefern. Auch an Blue Origin, das Raumfahrtunternehmen von Jeff Bezos, ging ein Auftrag über 188 Mio. Dollar. Und Firely Aerospace soll Drohnen entwickeln, die über den Mond hüpfen und die Region erkunden sollen (75 Mio. Dollar).
Wieso immer wieder so ambitionierte Pläne?
Der politische Druck ist gross, der globale Konkurrenzkampf im All ist immens. Der Wettlauf um Mondmissionen ist schon seit Jahren im Gang. Es geht um Ressourcen und darum, sich vor den Konkurrenten breitzumachen. Der grösste Konkurrent für die USA ist China, das bis 2030 Menschen auf den Mond bringen will. Auch Russland will auf den Mond, hat derzeit aber bekanntlich wirtschaftliche Schwierigkeiten infolge seines kriegerischen Angriffs auf die Ukraine. Die Nasa ist also unter Druck – und es kann ihr wohl nicht schnell genug gehen.