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Kutschen statt Autos, Jodel statt Pop-Musik, Schweizerdeutsch statt Englisch und dies im Herzen der USA.
SRF/ Priscilla Imboden
abspielen. Laufzeit 60:32 Minuten.
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Auswandererdialekte: Spuren der Migration

Schweizerdeutsch gibt es auch in Übersee. Migrantinnen und Migranten hatten ihre Sprache aus der alten Heimat mitgebracht. Heute aber steht es schlecht um die meisten Auswandererdialekte. Sie sind vom Aussterben bedroht.

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Wer meint, Deutsch als Muttersprache spreche man nur in Zentraleuropa, täuscht sich gewaltig. Aufgrund von Migrationsbewegungen in den letzten knapp tausend Jahren gibt es heute deutsche Sprachinseln auf fast allen Kontinenten. So existieren heute deutsche Auswandererdialekte etwa in den USA, in Mexiko, Namibia, Papua-Neuguinea und in der Ukraine.

Diese Sprachinseln unterscheiden sich aber in ihrer Entstehungsgeschichte und in ihrer aktuellen Situation stark. Sie bildeten sich aufgrund von Auswanderung, Umsiedlung oder kolonialer Eroberung. Während in Namibia eine standarddeutsche Tageszeitung erscheint, leben die Schweizer Auswandererdialekte in den USA fast nur noch in den abgeschiedenen Täufergemeinschaften der Amischen weiter.
Kontext besucht Amische in Berne, Indiana, spricht mit einer Schweizerin, die in der deutschen Auswanderersiedlung Schabo in der Sowjetunion aufgewachsen ist, und stellt die neue Auflage des Variantenwörterbuchs des Deutschen vor, welches neu auch rumänien-, mennoniten- und namibiadeutsche Ausdrücke berücksichtigt.

Ausserdem ordnet die Linguistin Anita Auer von der Universität Lausanne die Beiträge sprachwissenschaftlich ein. Sie arbeitet derzeit an einem Projekt zu Schweizer Sprachinseln in Nordamerika.

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