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15.03.2026, 08:30 Uhr Umgang mit Traumatisierten: Sensibel sein für Trauma

70% aller Menschen erleiden im Leben ein Trauma. Heilt das Trauma nicht, quält es weiter. Das stresst die Traumatisierten selbst am meisten, aber auch ihre Mitmenschen. Angehörige und Laien wollen Traumatisierten helfen. Wie geht das? Wie überfordern sie sich nicht? Zwei Fachfrauen geben Tipps.

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Traumatisierte reagieren für ihre Mitwelt oft seltsam bis unverständlich: Wie aus dem Nichts reagieren sie über oder ziehen sich zurück, manchmal auch in eine Sucht. – Dafür sensibel zu werden, sei der Schlüssel für einen guten Umgang mit traumatisierten Menschen. Dafür braucht es Wissen.

Gabriela Zindel vom christlichen Hilfswerk Agape bildet Laien weiter, die sich um traumatisierte geflüchtete Menschen aus Kriegsgebieten kümmern. Laien könnten das Trauma zwar nicht «heilen», aber sie können Traumatisierte begleiten und für sie «da sein». Die Botschaft zu spüren: «Ich bleibe bei Dir. Ich lasse Dich nicht allein» sei für traumatisierte Menschen zentral hilfreich.

Aber auch vor Selbstüberforderung warnt Gabriela Zindel engagierte Angehörige und Laien. Beim Umgang mit hochgestressten traumatisierten Menschen gelte es, auch sich selbst gegenüber sensibel zu bleiben. Die eigenen Motive zu hinterfragen, das eigene Stress-Management im Griff zu haben.

Solche Arbeit hat eine gesellschaftspolitische Dimension, betont Dagmar Nolden. Sie arbeitet freiberuflich als Traumapädagogin, Systemische Beraterin und Prozessbegleiterin, studierte Internationale Beziehungen und Friedensforschung.

Warum Menschen «austicken», könne immer auch etwas mit einer Traumatisierung zu tun haben. Dafür müsste die Umwelt, also etwa Lehrpersonen, Arbeitsteam oder auch Angehörige, Sensibilität entwickeln, damit das Zusammenleben besser klappe, - in der Familie ebenso wie in der Gesellschaft, meint Dagmar Nolden.

Autorin: Judith Wipfler

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