Doulas gibt es wohl, seit Frauen gebären. Früher waren es die Frauen aus der Grossfamilie, die den Gebärenden beistanden. Mit der Individualisierung der Gesellschaft – und der Verlagerung der Geburt in den Spital ging die Unterstützung der Frauengemeinschaft verloren. Als Dienstleistung kehrt sie nun in den Gebärsaal zurück. Doulas wollen Eltern beistehen, um ihnen eine gute Geburtserfahrung zu ermöglichen. «Ekstatisch» könne diese sein, sagt Doula Nadja Brenneisen. Und ermächtigend. Mit Unterstützung der Doula könne die Handlungsmacht der Frauen gestärkt, Gewalt bei der Geburt verringert und Geburtstraumata verhindert werden.
Die Unterstützung der Eltern soll auch das «Wunder» der Geburt erlebbar machen. Viele Doulas verstehen ihre Arbeit als spirituell. Sehen sie als Berufung, wie im Falle von Rebecca Spielman. Die jüdisch-orthodoxe Doula sorgt dafür, dass bei der Geburt die religiösen Vorgaben eingehalten werden, vermittelt dem Gesundheitspersonal die jüdischen Bräuche und will den Frauen mit ihrer Unterstützung gute Geburtserlebnisse ermöglichen.
Doch an der Doula-Arbeit gibt es auch Kritik. Sie sei zu wenig reglementiert, bekämpfe die Probleme im Gebärsaal mit den falschen Mitteln, heisst es etwa von Hebammen.
In «Perspektiven» ordnen wir ein.
Zu Wort kommen:
• Jil Marxer, Religionswissenschaftlerin an der Universität Zürich, die vor Kurzem ihre Doktorarbeit über Doulas abgeschlossen hat.
• Doula Nadja Brenneisen, die mit ihrer Firma «womb&heart» Begleitung vom Kinderwunsch bis zur Geburt anbietet.
• Doula Rebecca Spielman, die bereits 300 Geburten begleitet und das Doula-Wesen in der chassidischen Gemeinschaft in Zürich geprägt hat.
• Nathalie Colling, Stationsleitung Gebärabteilung bei Stadtspital Waid und Triemli.
• Andrea Weber, Geschäftsführerin des Schweizerischen Hebammenverbandes
Autorin: Nicole Freudiger
Buchhinweis: Marxer, Jil. Doulas in der Deutschschweiz – zwischen Beruf und Berufung. Eine Religionswissenschaftliche Ethnographie über Geburtsbegleiterinnen. Springer VS, 2025.
Die Unterstützung der Eltern soll auch das «Wunder» der Geburt erlebbar machen. Viele Doulas verstehen ihre Arbeit als spirituell. Sehen sie als Berufung, wie im Falle von Rebecca Spielman. Die jüdisch-orthodoxe Doula sorgt dafür, dass bei der Geburt die religiösen Vorgaben eingehalten werden, vermittelt dem Gesundheitspersonal die jüdischen Bräuche und will den Frauen mit ihrer Unterstützung gute Geburtserlebnisse ermöglichen.
Doch an der Doula-Arbeit gibt es auch Kritik. Sie sei zu wenig reglementiert, bekämpfe die Probleme im Gebärsaal mit den falschen Mitteln, heisst es etwa von Hebammen.
In «Perspektiven» ordnen wir ein.
Zu Wort kommen:
• Jil Marxer, Religionswissenschaftlerin an der Universität Zürich, die vor Kurzem ihre Doktorarbeit über Doulas abgeschlossen hat.
• Doula Nadja Brenneisen, die mit ihrer Firma «womb&heart» Begleitung vom Kinderwunsch bis zur Geburt anbietet.
• Doula Rebecca Spielman, die bereits 300 Geburten begleitet und das Doula-Wesen in der chassidischen Gemeinschaft in Zürich geprägt hat.
• Nathalie Colling, Stationsleitung Gebärabteilung bei Stadtspital Waid und Triemli.
• Andrea Weber, Geschäftsführerin des Schweizerischen Hebammenverbandes
Autorin: Nicole Freudiger
Buchhinweis: Marxer, Jil. Doulas in der Deutschschweiz – zwischen Beruf und Berufung. Eine Religionswissenschaftliche Ethnographie über Geburtsbegleiterinnen. Springer VS, 2025.