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Homeoffice (Ein Selbstversuch)
Aus Kultur Extras vom 17.04.2020.
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In diesen Zeiten Schönheit im Stottermodus

Weiterschauen, weiterdenken: Was tun, wenn die Welt still steht? Vielleicht ist das der Moment, mit Stop Motion anzufangen.

Die Zeit steht still. Die Wirtschaft steht still. Das Silicon Valley steht still. Selbst New York steht still. Ich traue mich kaum, es laut zu sagen: Am Morgen werde ich neuerdings wach, weil meine winzige Welt so still ist. Wären da nicht die Singvögel im Garten, die Corona ein Kränzchen winden.

Bald Geschichte, diese Herrlichkeit? Die Tage scheinen gezählt, an denen Windows das einzige Fenster zur Welt war – wenigstens für Heerscharen von Daheimarbeitern. Steht den Davongekommenen jetzt die Torschlusspanik ins Haus, weil noch nicht jede Kommode Marie-Kondo-konform aufgeräumt ist? Weil wir doch nicht Gitarre gelernt haben?

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Aus dem Archiv: Wie ein Trickfilm entsteht
Aus SRF WISSEN vom 29.03.2000.
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Wohin, frage ich mich, mit den gut gemeinten Tipps auf der To-Do-List? Spätestens, seit ich einen ernsthaften Artikel über die Systemrelevanz der Pensionisten-Passion «Puzzles», Link öffnet in einem neuen Fenster nicht zu Ende gelesen habe, lache ich mir kein neues Hobby mehr an. Und ich mache mir keine Sorgen mehr, dass auch die Traumfabrik still steht. Die läuft bei mir zuhause nämlich längst auf Hochtouren.

Der einzig zeitgemässe Zeitvertrieb in einer Zeit, die so bewegend ist, weil sich fast nichts mehr bewegt: Stop Motion. Ein zeitloses Vergnügen, gerade weil es so viel Zeit frisst. Kleine Bewegung, grosser Spass: Zwölf Bilder pro Sekunde reichen, so die Faustregel der Fachleute, und schon haben wir da eine recht rund ruckelnde Bewegung. Dauert nur eine gute Stunde, wenn es gut läuft. Und wenn länger, umso lustiger.

In 5 Schritten zum ersten Filmchen

  1. Ein erster Stop Motion-Film braucht keine ausgewachsene Geschichte. Eine kleine Szene tut’s für den Anfang. Je mehr klare Bewegung, desto einfacher.
  2. Ein Zeichentrickfilm ist vielleicht das Fernziel, weil ausnehmend aufwendig. Mit Kindern bieten sich Figuren aus Papier, Plastillin oder Legofiguren an.
  3. Set aufbauen, allenfalls ausleuchten, Figuren platzieren.
  4. Szenerie abfotografieren, Objekt oder Protagonist leicht bewegen, wieder abfotografierem, nächste Bewegung etc.
  5. Die Fotos der Reihe nach z.B. in den Windows Movie Maker einlesen. Oder von Anfang an mit der App Stop Motion Studio, Link öffnet in einem neuen Fenster arbeiten.

Wenn Zen das Ziel ist – hier ist es zum Greifen nahe. In aller Ruhe etwas Schnippeln mit der Schere oder Kritzeln mit dem Bleistift oder der Ölkreide. Knetfiguren kommen so knuffig wie Kleckse von Kindern: Animieren lässt sich fast alles, auch von Anfängerhand und mit ein bisschen Hilfe einer App.

Was ich noch sagen wollte, bevor ich für immer, hüstel, die Klappe halte: Auch eine Allison Schulnik, Link öffnet in einem neuen Fenster hat einmal klein angefangen.

Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kultur-Aktualität, 16.4.2020, 17:10 Uhr.

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