Die SRG ist politisch stark unter Druck. Die einen wollen sie einschränken, die anderen verteidigen sie vehement. Ein Überblick über je drei Befürworter und Gegner der Initiative.
Die Befürworter I: die SVP
Die SVP gehört zu den schärfsten Kritikerinnen der SRG. SVP-Kreise haben die SRG-Initiative mitlanciert. Die SRG sei zu gross geworden: «Der Service public ist ergänzend zu den privaten Medien. Deshalb ist es wichtig, den Auftrag genau zu umreissen und der SRG klare Grenzen zu setzen, was sie machen muss. Dafür muss sie genügend Geld haben – aber dies ermöglicht die Initiative», sagt der Zürcher SVP-Nationalrat Gregor Rutz.
Die Befürworter II: die Jungfreisinnigen
Die Jungfreisinnigen und andere bürgerliche Jungparteien sind SRG-kritisch: «Es ist natürlich so, dass die junge Bevölkerung immer weniger SRG-Inhalte konsumiert. Deshalb braucht es für die Jungen eine Anpassung. Ich sehe die Aufgabe des Service public insbesondere bei der Information. Dafür sollen auch die Jungen einen Beitrag leisten. Aber nur 200 Franken im Jahr», sagt Jonas Lüthy, Präsident der Jungfreisinnigen Schweiz.
Die Befürworter III: das Gewerbe
Der Gewerbeverband steht stramm hinter der SRG-Initiative, die auch verlangt, dass Firmen von der Radio- und Fernsehabgabe befreit werden. «Heute ist die Besteuerung falsch: Es ist eine doppelte Besteuerung. Alle Privatpersonen bezahlen die Abgabe – und die Firmenbesitzer werden noch zusätzlich besteuert. Ausserdem stört uns, dass die Abgabe mit dem Umsatz steigt», sagt Jan Koch, Geschäftsführer der Firma Luzi Gerüste in Cazis.
Die Gegner I: die Randregionen
Aus den Randregionen gibt es viel Unterstützung für die SRG. «Bei einem Ja zur SRG-Initiative könnte die Berichterstattung aus den Regionen nicht mehr gleich stattfinden. Heute ist die SRG dezentral verankert. Klar ist: Wenn sie viel weniger Mittel hat, dann könnte die SRG dies nicht mehr leisten. Da können wir kein Interesse daran haben», sagt Thomas Egger, Direktor der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete.
Die Gegner II: die Kultur
Von den Kulturverbänden gibt es Zuspruch für die SRG: Sie unterstütze viele Kulturproduktionen und verhelfe Anlässen, von der Kunstausstellung bis zum Jodlerfest, zu Präsenz: «Wir sind überzeugt, dass bei einem Ja nicht mehr genügend Mittel vorhanden sind, um aus allen Landesteilen über unsere Volksmusik zu berichten. Damit das Brauchtum lebendig bleibt, brauchen wir Sichtbarkeit», sagt Priska Wismer-Felder, Präsidentin der IG Volkskultur.
Die Gegner III: der Sport
Die Sportverbände wollen nichts wissen von der SRG-Initiative. Sie befürchten einen Kahlschlag bei der Übertragung von Sportanlässen: «Die SRG zeigt jährlich rund 9000 Stunden Live-Sport in etwa 100 Sportarten. Dies bringt schweizweite Sichtbarkeit in allen Regionen. Ohne diese Sichtbarkeit gibt es keine Sponsoren, keine Vorbilder und keinen Nachwuchs», sagt Ruth Metzler-Arnold, Präsidentin von Swiss Olympic.
Wie geht es weiter mit der SRG? Die Schweizer Stimmberechtigten haben es in der Hand, am 8. März die Richtung vorzugeben.