- Die Juso-Volksinitiative «für eine Zukunft» fällt bei den Ständen durch.
- Mit 78.3 Prozent lehnt das Stimmvolk die Erbschaftssteuer-Initiative, wie die Vorlage auch genannt wird, ab.
- Die Initiative verlangte eine nationale Steuer auf Erbschaften und Schenkungen von einem Vermögen über 50 Millionen Franken zugunsten des Klimaschutzes.
Erbschaftssteuer-Initiative
Eidg. Vorlage: Volksinitiative «Für eine soziale Klimapolitik – steuerlich gerecht finanziert»
-
JA
520'115 Stimmen
-
NEIN
1'874'063 Stimmen
Standesstimmen
- JA
- NEIN
In der Schweiz gibt es keine nationale Erbschaftssteuer für das Klima. Die Juso-Initiative «für eine Zukunft» scheitert gemäss Angaben des Bundesamts für Statistik (BFS) am Ständemehr. Politologe Lukas Golder von GFS Bern ging schon am Mittag gegenüber SRF von einem «tiefroten Nein» aus. Erwartet würde ein Ja-Stimmen-Anteil von um die zwanzig Prozent. «Das ist ein sehr tiefer Wert, sogar noch tiefer als bei der letzten Abstimmung zum Thema vor zehn Jahren.»
«Von Anfang an war das Problem nicht der grosse Kassenschlager», sagte Politologe Urs Bieri im Schweizer Radio SRF. Es sei nicht gelungen, die Vorteile der Initiative aufzuzeigen. «Das Klima-Thema wurde nur am Rand diskutiert, die Steuer stand im Fokus.»
Nachfolgeregelungen von Unternehmen gefährdet?
Die Juso forderten mit der Volksinitiative «Für eine soziale Klimapolitik – steuerlich gerecht finanziert (Initiative für eine Zukunft)» eine Besteuerung von 50 Prozent auf Nachlässen und Schenkungen von Einzelpersonen von mehr als 50 Millionen Franken – die ersten 50 Millionen Franken wären dabei steuerfrei. Die Einnahmen sollten zu zwei Dritteln an den Bund und zu einem Drittel an die Kantone gehen. Die Gelder hätten ausschliesslich für den Klimaschutz verwendet werden dürfen.
Auch Unternehmerinnen und Unternehmer hätten bei der Regelung ihres Nachlasses die Steuer bezahlen müssen. Wirtschaftsverbände befürchteten, dass es damit unmöglich werden könnte, ein Unternehmen an die nächste Generation weiterzugeben.
Zusätzlich forderte die Juso Massnahmen zur Verhinderung von Steuervermeidung, etwa durch Wegzug aus der Schweiz. Schätzungen der Eidgenössischen Steuerverwaltung gehen davon aus, dass 2021 in der Schweiz rund 2500 Steuerpflichtige mit einem Vermögen von mehr als 50 Millionen Franken lebten.
Das Initiativkomitee ging von Einnahmen von im Mittel sechs Milliarden Franken pro Jahr aus. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hingegen schätzte, dass die neue Steuer jährlich 4.3 Milliarden Franken hätte einbringen können.
Gegner befürchteten Wegzug von Unternehmen
SP und Grüne unterstützen die Initiative. Die Befürworter wollen die Reichsten finanziell dafür geradestehen lassen, dass sie demnach das Klima mit ihrem luxuriösen Lebensstil am meisten schädigen.
Gegen die Initiative waren Bundesrat und Parlament, SVP, FDP, Mitte-Partei, GLP sowie zahlreiche Wirtschaftsverbände. Bund und Kantone befürchteten, dass die neue Steuer viele sehr Vermögende sowie Unternehmer dazu bewegt, aus der Schweiz fortzuziehen respektive gar nicht erst zuzuziehen. Das hätte sich auch auf Vermögens- und Einkommenssteuern auswirken und unter dem Strich sogar zu Steuerausfällen führen können.