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Brandkatastrophe Crans-Montana Morettis an Angestellte: «Werden euch nicht im Stich lassen»

Die Betreiber des «Le Constellation», Jessica und Jacques Moretti, haben ihren Angestellten einen Brief geschrieben. Darin versprechen sie insbesondere, dass die Löhne ausbezahlt werden.

Einen Monat nach der Tragödie in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana haben Jessica und Jacques Moretti einen Brief an ihre Mitarbeitenden verfasst, der vom Sender France Info veröffentlicht wurde und dem Westschweizer Radio und Fernsehen RTS vorliegt.

Im Brief erklärt das Betreiberpaar auch, warum es sich nicht früher gemeldet habe: «Wir waren aufgrund der laufenden Untersuchung gezwungen, die Worte tiefer Empathie zurückzuhalten, die wir euch unmittelbar nach dieser Tragödie hätten zukommen lassen wollen. Der gegen uns erhobene Verdacht hat uns dazu gezwungen, auf jeden Kontakt zu verzichten».

Dieses Schweigen wurde von den Angestellten schlecht aufgenommen. Am Sonntag hatte Gaëtan, ein Kellner des Lokals, gegenüber RTS beklagt, dass sich seine Arbeitgeber nie nach ihm erkundigt hätten.

In ihrem Schreiben erklären die Betreiber weiter, sie trügen «die Trauer um jene, die nicht mehr da sind, in unermesslichem Schmerz». Sie beziehen sich dabei auf die drei beim Unglück verstorbenen Angestellten.

RTS-Audiobeitrag zum Moretti-Brief (mit dt. Untertiteln):

Jessica und Jacques Moretti wollen zudem mit Gerüchten aufräumen, die von «Medien, die sich in Rage schreiben», verbreitet wurden. «Eines der niederträchtigsten war die Behauptung, wir seien sofort vom Ort geflohen, die Kasse unter dem Arm, obwohl wir dort waren, dem Chaos gegenüberstanden, verängstigt von diesen kriegsähnlichen Szenen in dieser Nacht des Grauens, und versuchten, Hilfe zu leisten – insbesondere für einige von euch.»

«Gesperrte Konten»

Im letzten Teil ihres Briefes gehen die Betreiber auf die Frage der Lohnzahlungen ein. «Die Löhne sind seit dem 6. Januar fällig. Allerdings wurden all unsere geschäftlichen und privaten Konten gesperrt, und wir hoffen, dass die Staatsanwaltschaft einer teilweisen Freigabe zustimmen wird, damit diese Beträge dringend ausbezahlt werden können.»

Erste Auszahlungen der Nothilfe

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Der Kanton Wallis hat die ersten Auszahlungen der Nothilfe in Höhe von 10'000 Franken für jede hospitalisierte Person oder jede vom Drama von Crans-Montana betroffene Familie vorgenommen. Derzeit betreffen sie 48 Opfer.

«Die Dossiers werden derzeit nach und nach entsprechend dem Eingang der angeforderten Unterlagen bearbeitet und anschliessend zur Auszahlung an die Bank weitergeleitet», teilte der Kanton Wallis am Donnerstag mit.

Bereits am 14. Januar hatte der Kanton angekündigt, diesen Pauschalbetrag von 10'000 Franken freizugeben.

Dass die Auszahlung etwas Zeit in Anspruch nahm, sei auf «ein Mindestmass an administrativen Überprüfungen» zurückzuführen, heisst es in der Mitteilung weiter.

Von den 48 bereits getätigten Zahlungen wurden vierzehn auf Konten im Ausland überwiesen: sieben nach Frankreich, sechs nach Italien und eine nach Belgien.

Jessica und Jacques Moretti versichern: «Wir werden euch nicht im Stich lassen. Wir sind durch dasselbe Schicksal verbunden und werden alles tun, um euch zu unterstützen.»

Gegen das Paar Moretti wird wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Brandstiftung und fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Nächste Woche werden sie erneut von der Staatsanwaltschaft angehört.

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RTS Le 12h30, 5.2.26, 12:34 Uhr;liea

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