«Ich habe meinen Eltern erzählt, wie es passiert ist, weil ich es jederzeit vergessen könnte. Ich erzähle es lieber anderen Menschen, damit sie es wissen, falls ich es wegen des Traumas vergessen sollte», erzählt Roze gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen RTS.
Wochen im Koma und zahlreiche Operationen
Roze wurde nach dem Brand in ein belgisches Spezialspital verlegt, dort lag sie 17 Tage im Koma. Ihr Körper trägt zahlreiche Spuren des Brandes. «Ich hatte zwei Transplantationen an den Händen. Dafür haben sie mir Haut am rechten Oberschenkel entnommen», berichtet sie.
So hat Roze die Brandkatastrophe erlebt (mit dt. Untertiteln)
Auch ihr Gesicht musste behandelt werden. «Sie haben Haut auf meine Verbrennungen gelegt und sie später entfernt, sobald es darunter verheilt war.» Am unteren Rücken sei die Haut offen behandelt worden. «Dort haben sie nichts gemacht und ihn der Luft ausgesetzt», erklärt Roze.
Der Moment des Brandes
Am Abend der Brandkatastrophe war Roze damit beauftragt, in der Bar «Le Constellation» die Silvesterparty zu filmen. «Als ich mit dem Filmen fertig war, drehte ich mich um und sah oben an der Decke ein Feuer. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell gehen würde», sagt sie.
Ich wollte meine Hände ins Wasser halten und habe nicht einmal gemerkt, dass mein Gesicht verbrannt war.
Sie rannte nach oben, doch das Verlassen des Gebäudes gestaltete sich schwierig. «Eine Menschenmenge drängte zur Treppe. Viele fielen am Eingang hin, weil es nur einen einzigen Ausgang gab.»
Draussen suchte sie sofort Hilfe. Sie lief zu einem Auto und bat die Insassen, den Notruf zu wählen. «Ich wusste, dass es Verletzte geben würde.» Erst später bemerkte sie das Ausmass ihrer eigenen Verletzungen. «Ich wollte meine Hände ins Wasser halten und habe nicht einmal gemerkt, dass mein Gesicht verbrannt war», erzählt die junge Frau.
Nächte voller Angst
Seit dem Brand schläft Roze schlecht. «Während der Genesung war es sehr wichtig für mich, dass immer jemand bei mir ist. Ich habe immer noch Angst und kann nachts nicht alleine sein.» Die Albträume seien intensiv gewesen, besonders in der Zeit in Belgien. «Es ging nicht immer direkt um den Brand, aber ich träumte ständig von Feuer.»
Trotz der belastenden Erinnerungen denkt Roze darüber nach, an den Ort des Geschehens zurückzukehren. «Am Anfang wollte ich nicht nach Crans‑Montana, weil ich dort so viele Erinnerungen habe. Aber ich möchte Blumen niederlegen und vielleicht andere Verletzte besuchen.»
Ihre Genesung wird jedoch noch lange dauern. Viele Operationen und Therapien stehen ihr weiterhin bevor.