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Die Hacker aus Teheran Iran-Krieg könnte digital werden – und auch die Schweiz treffen

Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran werden kaum einen Einfluss auf den laufenden Cyberkrieg haben, so eine iranische Hackergruppe. Auch die Schweiz könnte davon betroffen sein.

Dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS) ist es gelungen, mit der iranischen Hackergruppe Homeland Justice Kontakt aufzunehmen. Dabei handelt es sich um eine Gruppierung, die gemäss der US-Bundespolizei (FBI) von den iranischen Geheimdiensten gesteuert wird. Die Hackergruppe wird von den USA gesucht. Es winken Belohnungen von bis zu 10 Millionen Dollar.

Teile des Gesprächs mit Homeland Justice im RTS-Bericht:

Seit 2022 ist eines der Hauptziele ihrer Cyberangriffe Albanien, da dort die Organisation der Volksmudschahedin Irans, kurz MEK, ihren Hauptsitz hat.

Organisation der Volksmudschahedin Irans

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Die MEK ist eine schiitisch-marxistische Gruppierung. Während sie zuerst die Machtergreifung von Ajatollah Ruholla Khomeini im Iran noch unterstützte, rutschte sie danach zunehmend in die Opposition, bis sie sich schliesslich ganz aus dem Land zurückzog. Während sie früher auch zu terroristischen Mitteln griff, sieht sie sich heute als rein politische Gruppierung. Seit 2013 befindet sich ihr Hauptsitz in Albanien in einem Lager, das auch von den USA mitfinanziert wird.

Die Hackergruppe bestätigte gegenüber RTS, dass sie sich nicht verpflichtet fühle, sich an die Friedensverhandlungen zwischen den beiden Konfliktparteien zu halten. «Unsere Operationen gegen die MEK und deren Unterstützer waren immer ein vorrangiges Ziel und werden es auch weiterhin sein», teilte ein Mitglied der Gruppe mit.

Weiter kündigte die Gruppe an, ihre Cyberangriffe überall dort auszuweiten, wo die MEK Unterstützung geniesst – auch auf die Schweiz. «Wenn ein Schweizer Staatsbürger oder ein Schweizer Unternehmen den MEK-Terroristen oder den korrupten albanischen Beamten, die sie schützen, Dienstleistungen oder Unterstützung gewährt, wird er die Konsequenzen tragen. Jede Aktion zieht eine Reaktion nach sich.»

Hacking-Erfolge in Albanien

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In Albanien hat «Homeland Justice» unter anderem einen Angriff auf «e-albania» lanciert. Das ist eine Plattform, auf der Daten der albanischen Bevölkerung gespeichert sind. Auch das albanische Parlament war bereits Opfer von Cyberangriffen, genauso wie die Mobilfunkanbieter One und Eagle sowie die Fluggesellschaft Air Albania. Als Reaktion darauf hat die albanische Regierung 2022 die diplomatischen Beziehungen zum Iran abgebrochen.

Unklar bleibt, welche Einrichtungen in der Schweiz von dieser Ankündigung betroffen sein könnten. Auf Nachfrage verwies die Hackergruppe auf Banken und Finanznetzwerke, ohne präzisere Angaben zu machen.

Sympathisanten der MEK demonstrieren in Genf regelmässig auf dem Platz der Nationen. Eine Anfrage von RTS, ob sie bereits Cyberangriffe erlebt hätten, blieb unbeantwortet.

NDB räumt Risiko ein

Auf Anfrage von RTS wollte sich der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) nicht öffentlich zu dieser Sache äussern. Er räumte aber ein, dass «auch staatliche iranische Cyberakteure die Schweiz ins Visier nehmen». Zudem bezeichnete der NDB es auch als «wahrscheinlich», dass der Iran die Überwachung von Oppositionellen mit Wohnsitz in der Schweiz intensiviert habe.

Diskutieren Sie mit:

RTS 19h30; 23.6.2026; 19:30 Uhr

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