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Licht explodierender Sterne Kosmisches Signal aus den Tiefen des Universums entdeckt

Ein mächtiger Gammablitz, so alt wie der Urknall, wurde Mitte März von einem französisch-chinesischen Satelliten entdeckt. Er soll Erkenntnisse über die Entstehung des Kosmos liefern.

Vor fast 13 Milliarden Jahren kollabierte einer der allerersten Sterne des Universums zu einem schwarzen Loch.

In genau diesem Moment setzte er einen ungeheuer starken Gammablitz frei – der nun, 13 Milliarden Jahre und ein paar Monate später, Mitte März vom chinesisch-französischen Weltraumteleskop SVOM entdeckt wurde.

SVOM: Eine Mission für hochenergetische, kurzlebige Phänomene

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Die im Juni 2024 gestartete Mission SVOM («Space-based Variable astronomical Object Monitor») dient der Entdeckung und Lokalisierung kosmischer Ereignisse von monumentaler Energie; den Gammablitzen.

Damit ein Gammablitz entsteht, müssen zwei extrem kompakte stellare Objekte – schwarze Löcher, Neutronensterne oder weisse Zwerge – kollidieren und verschmelzen.

Oder ein massereicher Stern muss nach einer Supernovaexplosion kollabieren.

Solche Ereignisse können einen gewaltigen Ausbruch an Energie und elektromagnetischer Strahlung auslösen.

«Es ist ausgehend von der Lichtmenge der präziseste Gammablitz, den wir je entdeckt haben», sagt Bertrand Cordier, beim französischen Kommissariat für Atom- und Alternativenergie zuständig für das SVOM-Projekt, gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Gammablitze sind die hellsten und energiegeladensten Phänomene des Universums seit dem Urknall und setzen in wenigen Sekunden – bei den kürzesten Ausbrüchen – mehr Energie frei als die Sonne in Milliarden Jahren ihrer Existenz.

Fundamentale Physik

Die Untersuchung von Gammablitzen hilft, grundlegende Fragen der Physik zu klären – etwa, wie sich derart enorme Energiemengen freisetzen lassen und welche Mechanismen dabei wirken.

Entstehung eines Gammablitzes:

In Gammablitzen wird Materie auf Geschwindigkeiten beschleunigt, die nahezu der Lichtgeschwindigkeit entsprechen.

Dabei sind sie gleichzeitig so hell, dass sie alle Materie erhellen, die sie auf ihrem Weg zu uns durchqueren: «Man braucht diese Intensität, um die physikalischen Bedingungen des frühen Universums messen zu können. Das ist die einzige Möglichkeit, dies direkt zu tun», erläutert Cordier. «Solche physikalischen Bedingungen können wir auf der Erde nicht reproduzieren, wir können sie nur in den kosmischen Laboratorien beobachten.»

Das Zeitalter der ersten Sternengenerationen

Erste Analysen dieses Gammablitzes hätten gezeigt, dass er zu einem Zeitpunkt ausgesendet wurde, als das Universum noch sehr jung war, führt Cordier weiter aus – und zwar im Zeitalter der «ersten Generationen von Sternen», die sich nach dem Urknall aus ursprünglicher Materie gebildet und die vor allem aus Wasserstoff und Helium bestanden hätten.

Diese Sterne produzierten die ersten schweren Elemente, etwa Eisen, Kohlenstoff und Sauerstoff. Diese spielten eine zentrale Rolle bei der weiteren Entwicklung des Universums.

Um einen solchen Gammablitz hervorzubringen, muss der kollabierte Stern «vielleicht Hundert Sonnenmassen» gehabt haben.

Die Wissenschaftler der SVOM-Mission werden die vom Satelliten und seinen Partnern gesammelten Daten weiter analysieren, um die physikalischen Eigenschaften dieses urzeitlichen Ausbruchs und seiner Umgebung zu bestimmen.

Das Ziel besteht darin, sie mit den Gammablitzen aus verschiedenen Epochen der kosmischen Geschichte zu vergleichen. Und damit mehr über die Anfänge unseres Universums zu erfahren.

News Plus, 25.3.2026, 17:15 Uhr;liea

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