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Militärübung «Orion 26» Frankreich trainiert Krieg – «Feind» erinnert an Russland

Im Osten Frankreichs läuft ein gross angelegtes Manöver, auch Deutschland und Grossbritannien sind dabei. Der fiktive Feind erinnert stark an Russland.

Im Osten Frankreichs läuft derzeit eine  gross angelegte Militärübung. Über 12'500 Soldaten sind zwischen Paris und Strassburg im Einsatz, mit Fahrzeugen, Helikoptern, Drohnen.

Die Übung mit dem Namen Orion 26 läuft seit Februar und geht jetzt in die Schlussphase. Ziel ist es, die Nato-Streitkräfte auf neue Kriege mit hoher Intensität vorzubereiten. Der fiktive Feind kommt aus dem Osten und erinnert stark an Russland.

Die Übung findet unter anderem in bewohntem Gebiet statt und zieht auch Schaulustige an. «Wir sind zum richtigen Zeitpunkt gekommen», sagt ein Vater gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS), während daneben die Platzpatronen knallen.

Platzpatronen und Schaulustige: Die Übung «Orion 26»:

Frankreich will damit zeigen, dass es eine aus mehreren europäischen Ländern zusammengesetzte Streitmacht führen kann. Die Verbündeten erproben das militärische Zusammenspiel mit Einheiten aus verschiedenen Ländern. Beteiligt sind neben Frankreich auch Grossbritannien, Deutschland und Italien. Auch Katar ist mit einem Luftgeschwader dabei.

Das Szenario hat offensichtliche Ähnlichkeiten mit dem Ukrainekrieg: Von einem feindlichen Staat unterstützte Milizen greifen ein Nachbarland an, um es an einem Beitritt zur Europäischen Union zu hindern. Frankreich und seine Verbündeten eilen dem destabilisierten Land zu Hilfe.

«Natürlich denken wir dabei an mächtige Staaten, die besonders bedrohlich für uns sind, und natürlich muss man den Namen Russland aussprechen», sagte dazu im März der französische General Philippe de Montenon.

Mit dieser wahrscheinlich grössten Übung der französischen Armee seit dem Ende des Kalten Krieges, wolle man auch eine Botschaft senden, so Montenon weiter: «Wir sind uns bewusst, dass wir von unseren Verbündeten und von unseren potenziellen Gegnern beobachtet werden.»

Zu den Verbündeten, die beobachten, gehören natürlich auch die USA, die sich aktuell aus der Verteidigungsarchitektur Europas eher zurückziehen.

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RTS, «19h30», 29.4.2026, 19:30 Uhr;weds

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