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Nach US-Drohungen Kubas Botschafterin: «Wir sind bereit, unser Leben zu geben»

Nachdem die USA Venezuelas Machthaber Maduro gefangen genommen hatten, drohte Donald Trump dem ebenfalls sozialistischen Kuba. Kubas Botschafterin in der Schweiz gibt sich angesichts dieser Drohung gelassen.

Nach der US-Militäraktion in Venezuela drohte Donald Trump auch anderen lateinamerikanischen Ländern. An vorderster Front: das ebenfalls sozialistische Kuba. Das kubanische Regime stehe ohne Erdöllieferungen aus Venezuela kurz vor dem Zusammenbruch, gab sich Trump überzeugt.

Kubas Botschafterin im Interview mit RTS (dt. Untertitel):

Was das kubanische Regime davon hält, das sagte die kubanische Botschafterin in der Schweiz im Interview mit dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). Darin bezeichnete Botschafterin Laura Pujol Torres die Aussagen des US-Präsidenten als «nicht seriös».

Sie verwies darauf, dass die US-Sanktionen gegen Kuba seit den Sechzigerjahren in Kraft sind. «Diese Rede von einem Zusammenbruch Kubas hören wir seit Jahren», betonte sie.

Anhaltende Bedrohung

Auch die Drohung einer amerikanischen Militärintervention in Kuba gebe es schon lange. Die Kubanerinnen und Kubaner seien sozusagen damit aufgewachsen. «Seit meiner Kindheit habe ich diese Bedrohung gespürt, direkt oder indirekt: terroristische Akte, konkrete Aktionen gegen Kuba, Invasionen. In den Erzählungen meiner Familie oder durch Ereignisse, die tatsächlich stattgefunden haben», hielt Pujol Torres fest.

Nachdem sich die Situation in den letzten Jahren etwas beruhigt habe, sei ein solches Szenario plötzlich wieder möglich.

Auf die Frage, ob Kuba sich auf einen US-Angriff vorbereite, sagte sie: «Wir lieben den Frieden und wir wollen Frieden. Aber wir sind bereit, unser Leben für die Unabhängigkeit unseres Landes zu geben.»

Folgen von Maduros «Entführung»

Die Gefangennahme von Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro durch die USA Anfang Januar bezeichnet Pujol Torres als «Entführung». Sie warnte zudem vor den Auswirkungen für Kuba und für die Welt. Die US-Politik führe zu «zunehmender Unsicherheit und Instabilität» und schwäche die internationalen Institutionen.

Die Botschafterin räumte ein, dass der Verlust der Erdöllieferungen aus Venezuela die schwierige wirtschaftliche Situation der Insel verschärfen könnte. Sie zeigte sich jedoch zuversichtlich, weil Kuba von Mexiko weiterhin mit Treibstoff versorgt werde.

Angesprochen auf Kritik aus der kubanischen Bevölkerung an der Politik der Regierung in Havanna räumt Laura Pujol Torres ein, dass es Unzufriedenheit in der Bevölkerung gebe. Gleichzeitig machte sie klar, dass das Regime weiterhin keinerlei Dissens duldet: «Unsere Fähigkeit, die Realitäten zu verändern, die uns stören, wird genau von unserer Fähigkeit abhängen, uns in diesem Moment an der Seite des Vaterlandes zu vereinen.»

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Rendez-vous, 5.1.2026, 12:39 Uhr;liea

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