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Offizieller Fifa-Ball Warum der WM-Ball vor den Spielen aufgeladen werden muss

Der WM-Ball Trionda weist einige Neuerungen auf – sowohl innen als auch aussen. So funktioniert er.

In diesen Tagen verfolgen Millionen von Augen etwas scheinbar Simples, Rundes, das ins Eckige soll. Und doch steckt Trionda, so der Name des offiziellen Balls der WM 2026, voller Technologie.

Trionda fällt durch seine Farben und Grafiken auf. Unscheinbar im Inneren steckt Elektronik, die ihn zu einem Hightech-Gerät macht: ein Sensor, der in Echtzeit mit dem VAR-Raum kommuniziert. Deshalb müssen alle Bälle vor einem Einsatz im Spiel aufgeladen werden.

Ein grosser Fussball auf einem Rasenfeld, umgeben von Fotografen.
Legende: Fotografen bei einer Trionda-Replika im Vorfeld der WM in Los Angeles (12. Mai 2026) REUTERS/Daniel Cole

Grundlegendes Element dieses Systems ist ein 500-Hz-Bewegungssensor. Das bedeutet, er kann 500 Mal pro Sekunde Daten erfassen – jede kleinste Bewegung also, mit äusserster Präzision. Eine Leistungssteigerung im Vergleich zum Ball Al Rihla, der vor vier Jahren in Katar verwendet wurde.

Eine höhere Frequenz bei der Datenerfassung kann den Unterschied ausmachen, wenn es darum geht, den genauen Moment zu bestimmen, in dem der Ball berührt wird – etwa, um ein Abseits zu bewerten.

Der Sensor registriert Berührungen, Beschleunigung, Vibrationen und Bewegungsänderungen des Balls und sendet diese Datenwerte in den VAR-Raum. Das hilft den Schiedsrichtern, leichte Berührungen, mögliche Handspiele oder Ablenkungen auszumachen.

Diese zusätzlichen Informationen, synchronisiert mit den Videobildern, können die Interpretation zweifelhafter Situationen erleichtern.

Beim halb automatischen Abseits beispielsweise funktioniert der Ball mit den Tracking-Kameras zusammen, die sich über der gesamten Spielfläche befinden und jeden einzelnen Moment des Spiels und die Bewegungen der Spieler filmen.

Der Sensor des Balls zeigt präzise den Moment an, in dem der Pass ausgespielt wird – den Schlüsseldatenwert, um zu bestimmen, ob ein Stürmer im Abseits steht oder nicht. Mit diesen Daten wird die Aktion rekonstruiert. Schiedsrichter und Publikum bekommen das in den gelegentlich eingeblendeten 3D-Animationen zu sehen.

Neu bei Trionda ist auch die Position des Sensors: Vor vier Jahren war er noch in der Mitte des Balls und wurde durch Zuggurte in Position gehalten. Im Trionda hingegen ist die Elektronik seitlich integriert, was die Herstellung vereinfacht. Um eine Veränderung des Schwerpunkts zu vermeiden, wurden Ausgleichselemente eingebaut, um den Ball auszubalancieren.

Neuerungen gibt es auch bei der Aerodynamik. Eine in Applied Sciences veröffentlichte Studie verglich Trionda mit den Bällen der vier vorangehenden Weltmeisterschaften. Das Hauptergebnis: Trionda weist dank der herausgehobenen Muster, der Rillen und breiten Nähte eine rauere Oberfläche und damit eine niedrigere sogenannte kritische Geschwindigkeit auf. Das bedeutet: Der Ball fliegt bereits bei niedrigeren Geschwindigkeiten stabiler als frühere WM-Bälle.

Wir werden bei dieser WM im Durchschnitt also stabilere Flugbahnen bei den häufigsten Spielgeschwindigkeiten wie Frei-, Eck- oder Abstössen sehen. Das könnte dazu führen, dass die Bälle vorhersehbarer sind.

Dieselbe Studie zeigt gleichzeitig, dass der neue Ball einen höheren Widerstandskoeffizienten haben kann, was die Reichweite langer Schüsse verringern könnte.

Die Forscher betonen jedoch, dass die Simulationen im Windkanal unter kontrollierten Bedingungen durchgeführt wurden. Im realen Spiel unterliegen die Bälle hingegen Rotationen und bewegen sich unter variablen Umgebungsbedingungen, die die Aerodynamik und die Flugbahn beeinflussen können.

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SRF zwei, sportlive, 17.06.2026, 2:50 Uhr;liea

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