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Stimmen aus der Community Benzinsteuern abschaffen? «Sicher nicht», sagt «dialog»-Community

Steigende Spritpreise sorgen für Diskussionen – doch in der «dialog»-Community überwiegt die Skepsis gegenüber steuerlichen Entlastungen beim Benzin.

Die Benzin- und Dieselpreise bleiben wegen des Kriegs im Nahen Osten auf sehr hohem Niveau. Verschiedene Nachbarländer senken deshalb als Gegenmassnahme die Mineralölsteuer.

Auch in der Schweiz fordert das beispielsweise die SVP.

Die «dialog»-Community hingegen findet dies keine gute Idee. Rund 68 Prozent sprechen sich in einer nicht repräsentativen Umfrage gegen eine Abschaffung der Steuern auf Benzin aus. Auch eine Senkung lehnt eine Mehrheit davon ab, da bereits diese eine verfehlte Massnahme und ein falsches Signal an die Bevölkerung sei.

«Das Problem sind nicht die Steuern», schreibt beispielsweise User «Yves Saisselin». «Wir sind sowieso abhängig und werden es immer sein. Auf die eine oder andere Weise brauchen wir diese Ressourcen.»

Genau diese Abhängigkeit ist auch «Auguste Fremder» ein Dorn im Auge. Er würde den Preis für den individuellen Spritverbrauch deshalb gar erhöhen: «So würden die Leute öfter die öffentlichen Verkehrsmittel nehmen. Wir müssen aufhören, von dieser Ressource abhängig zu sein, um andere Lösungen zu finden.»

Einige Userinnen und User finden die Idee einer Steuerabschaffung zwar nicht per se schlecht.

Aber aktuell wäre diese Massnahme in deren Augen eher eine wenig nachhaltige Übersprungshandlung ohne nachhaltige Perspektive: «Steuern senken für eine Krise, die in drei Wochen vorbei sein könnte? Während wir uns in einer Zeit der Sparmassnahmen befinden und diese Senkung die Einnahmen um ein, zwei Milliarden belasten könnte?», fragt beispielsweise «François Delafontaine».

Und mahnt: «Nicht nur Autos werden betroffen sein: Gasheizung, Industrie, es wird auch von Düngemitteln gesprochen. Entweder die Krise dauert an und der Benzinpreis wird unsere geringste Sorge sein, oder sie dauert nicht an und dann ist es nicht nötig, unsere Finanzen zu belasten.»

Auto vor Tankstelle mit Alpen im Hintergrund.
Legende: Preise an einer Tankstelle an der A2 bei Erstfeld, aufgenommen am 9. März 2026. KEYSTONE/URS FLUEELER

Zudem müsse man die Ausgaben und Kosten für Sprit auch in einen historischen Kontext stellen, mahnen einige Debattierende: «Wenn man die Kaufkraft berücksichtigt, bleibt der Benzinpreis trotz der geopolitischen Krisen insgesamt günstiger als in den 1950er-Jahren», schreibt «Débatteur Diplomate».

«Zudem verbrauchen die heutigen Autos ungefähr dreimal so wenig, die Kosten für die individuelle Mobilität sind also enorm gesunken.»

So betrachtet seien die jetzt gestiegenen Benzinpreise gar von Vorteil, findet «Noah Müller»: «Dadurch werden die Leute angeregt, Benzin zu sparen und damit auch der Umwelt weniger zu schaden.»

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Hier wirft «Kilian Thomann» ein: «Wenn jemand wie ich auf dem Land wohnt und Schicht arbeitet, ist das Auto eine Notwendigkeit, kein Luxus. Eine Lenkungsabgabe hat den Zweck, das Verhalten zu steuern, wenn man aber keine Alternative hat, gibt es nichts zu lenken.»

Genau diese Angewiesenheit auf ein Auto ist für die meisten Userinnen und User, die sich für eine Abschaffung der Steuer aussprechen, das wichtigste Argument: «Es gibt Menschen, die zum Pendeln aufs Auto angewiesen sind, zudem werden die Wohnungsmieten, die Krankenkasse teurer», schreibt «Unbekannte Rednerin».

«Alle Firmen haben höhere Transportkosten und die werden wir Konsumenten dann auch wieder bezahlen. Aus diesem Grunde kann man die Steuer temporär senken, um die Bürger zu entlasten, die aufs Geld schauen müssen.»

SRF 4 News aktuell, 14.4.2026, 8:20 Uhr

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