Die Schweiz verbraucht pro Kopf jedes Jahr 127 Kilogramm Plastik – und gehört damit zur europäischen Spitze.
«Spitze» ist hierzulande auch der Anteil Personen, der das Sammeln von Plastik als sinnvoll erachtet: rund 84 Prozent, laut einer nicht repräsentativen Umfrage unter der «dialog»-Community.
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«Jedwelchen Müll, darunter auch Plastik fachgerecht zu sammeln, zu trennen, zu entsorgen und nach Möglichkeit zu recyceln, macht ausnahmslos immer Sinn», sagt beispielsweise «Francis Waeber».
Weniger vehement sagt es die Userin mit dem Pseudonym «Contributrice Empathique»: «Ich sage ‹sinnvoll› nur aus Verzweiflung. Wenn niemand etwas tut, ist es die Natur, die darunter leidet. Wenn nichts auf politischer Ebene geschieht, sowohl auf industrieller als auch auf individueller Ebene, wird sich nichts ändern.»
Kleinste Bemühungen können zum Erfolg führen. Nichts zu machen, ist die schlechteste Alternative.
Sie spricht damit an, dass Organisationen wie Greenpeace oder die Stiftung für Konsumentenschutz vom Plastiksammeln abraten und dazu aufrufen, den Plastikverbrauch generell zu reduzieren.
Die überwiegende Mehrheit der «dialog»-Community ist anderer Meinung. Sie sehen zwar die negativen Punkte, ziehen aber andere Schlüsse daraus. «Natürlich ist Abfallsammeln sinnvoll. Doch Abfall zu vermeiden, ist noch viel sinnvoller», schreibt beispielsweise «F. Meyer». «Plastik muss reduziert werden. Industrienationen und Rohölförderer müssten verpflichtet werden, gesetzeskonforme Recycling-Arbeitsplätze bei Meeresanstössen zu fördern und zu finanzieren.»
Das sieht auch «Bärbel Denkerin» so: «Die Industrie stellt leider möglichst viel aus Plastik her und zwingt es uns als Konsumenten schlicht auf». Und sie schlägt vor: «Eigentlich sollte die Industrie für die Entsorgung finanziell aufkommen müssen.»
«Kluger Beitragender» findet, dass «in vielen Staaten Europas die Sache nicht ernst genommen» wird. Jedoch glaubt er, «dass kleinste Bemühungen zum Erfolg führen können. Nichts zu machen, ist die schlechteste Alternative. Wer aufgibt, hat schon verloren.»
Plastikrecycling ist eine reine Gewissensberuhigung für die Konsumgesellschaft.
Eine Minderheit der Community findet das Plastiksammeln trotzdem nutzlos. «Bravo an die Freiwilligen, aber das Plastiksammeln ersetzt hauptsächlich die Sonntagsmesse oder den Gottesdienst, um die Seele ein wenig zu entlasten», schreibt «Jérôme Kirchoff». Als «reine Gewissensberuhigung für die Konsumgesellschaft» bezeichnet es «Emil Holzmann», als «Augenwischerei» die Userin «B. F.».
«Logographe Résolue» sagt gar, es sei nutzlos, obwohl er selbst Plastikabfall sammle. «Weil es uns ein gutes Gewissen verschafft, um die Probleme nicht anzugehen und sie an der Wurzel zu behandeln, und vor allem entbindet es uns davon, wirkliche Anstrengungen zu unternehmen.»
Einig ist sich die ganze «dialog»-Community darin, dass Plastik ein Problem ist: «Und zwar ein Problem, das permanent wächst und irgendwann den ganzen Planeten erstickt», schreibt «Julia Schürmann». «Früher oder später werden wir nicht darum herum kommen, mit allen möglichen Mitteln das Plastikproblem anzugehen. Schlussendlich ist doch jeder Mensch auch mitverantwortlich und wir alle haben nur diesen einen Planeten, Produzenten, Konsumenten, Regierung, Forschung, alle.»