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Verein «AcroDog Rescue» Wenn eine Drohne zum Rettungswerkzeug für vermisste Hunde wird

Eine Gruppe Freiwilliger im Kanton Neuenburg hat sich dem Aufspüren vermisster Hunde mittels Hightech verschrieben. Sie nennt sich «AcroDog Rescue» und setzt eine Drohne ein, die mit einer Wärmebildkamera ausgerüstet ist.

Während der Festtage Ende 2025 mobilisierte im Kanton Neuenburg das Verschwinden von «Tommy», einem Jack Russell, grosse Kräfte. «Es gab eine enorme Solidaritätswelle, mit vielen Beiträgen in den sozialen Netzwerken», erinnert sich der Hundeerzieher Jérôme Lemrich im Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS).

So funktioniert die Hundesuche per Wärmebilddrohne

Grosse Suchaktionen ohne klare Methode könnten allerdings das Gegenteil von dem bewirken, was sie bezwecken würden, betont Lemrich. «Einen Hund in Begleitung anderer Hunde zu suchen, die bellen [...], kann ihn noch mehr in die Flucht treiben.» Er beschloss darum, eine Drohne zur Unterstützung der Suche einzusetzen, die mit einer Wärmebildkamera ausgestattet ist.

Nach mehreren Tagen wurde der Hund Tommy dank des Einsatzes der Wärmebilddrohne gefunden – gesund und munter.

Optimierung der Suchaktionen

Im Januar hat Lemrich einen Verein gegründet mit dem Namen «AcroDog Rescue». Das wichtigste Werkzeug des Vereins ist die Drohne mit der Wärmebildkamera. Sie ermöglicht es, bei Tag und Nacht eine bewegliche oder unbewegliche Wärmequelle zu orten, auch in schwer zugänglichen Gebieten wie Wäldern, Feldern oder unebenem Gelände. Die Suchaktionen können so auf nicht invasive Weise durchgeführt werden, ohne das Tier zu stören.

Mann im Wald mit Fernsteuerung und reflektierender Jacke.
Legende: Der Hundeerzieher Jérôme Lemrich mit dem Steuergerät für seine Hundesuch-Drohne. RTS

Der auf dem Bildschirm wiedergegebene thermische Kontrast ermöglicht es, ein Objekt sehr schnell zu lokalisieren. Durch die Kombination von Wärmebildtechnik mit einer herkömmlichen Kamera kann Lemrich die erfasste Quelle präzise identifizieren und einen Hund von Wildtieren wie einem Fuchs oder einem Eichhörnchen unterscheiden.

«Das ermöglicht es, jede Wärmequelle zu orten, die wärmer ist als die Umgebungsluft», schwärmt Lemrich. «Bei einem Hund sieht man [...] einen Fleck. Und wenn die Drohne hundert Meter entfernt ist, kann man einen Vogel sehen.»

Kostenloses, aber begrenztes Angebot

Trotz einer persönlichen Investition von über 8000 Franken für die Ausrüstung stellt Jérôme Lemrich für seine Einsätze keine Rechnung. Er begründet das so: «Ich habe zu viele Personen sagen hören, dass ihr Hund wohl nach zwei oder drei Stunden zurückkommen werde und dass sie zögerten, einen Fachmann zu rufen, weil es kostenpflichtig ist.»

Seit Januar hat der Verein bereits vier Hunde aufgespürt. Die Suche dauerte im kürzesten Fall wenige Minuten, im längsten neun Tage. «Er war bei guter Gesundheit, als wir ihn fanden», erinnert sich Lemrich. «Er hatte nur Probleme mit den Ballen, was normal ist, weil er überall herumgelaufen war.» Es sei ein starkes Gefühl gewesen, ihn nach neun Tagen noch zu finden.

Im Durchschnitt erhält der Hundeerzieher etwa zwei Anrufe pro Tag. Aus logistischen Gründen beschränkt er seine Einsätze auf den Kanton Neuenburg. Da er nur in seiner Freizeit für die Hundesuche tätig ist, kann er nicht jederzeit eingreifen. Er sucht nun nach Drohnenpiloten, um das Angebot auf andere Westschweizer Kantone auszuweiten.

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RTS, Couleurs locales, 9.4.2026, 19 Uhr;liea

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