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2020 mit neuem Rekordwert Über 80 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht

  • Weltweit wurden im vergangenen Jahr 82.4 Millionen Menschen aufgrund von Konflikten, Verfolgung und Gewalt aus ihrer Heimat vertrieben.
  • Das sind vier Prozent mehr als der Höchstwert von 79.5 Millionen Flüchtlinge zum Ende des Jahres 2019.
  • An der Situation sei auch die Corona-Pandemie schuld, schreibt das Flüchtlingswerk der UNO (UNHCR).
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Aus dem Archiv: Flüchtlingsbericht zeichnet katastrophales Bild
Aus Tagesschau vom 18.06.2020.
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Der neuste veröffentlichte Report «Global Trends» 2020 des UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) zeigt erschreckende Ergebnisse. Trotz Corona-Pandemie flohen im letzten Jahr doppelt so viele Menschen wie vor zehn Jahren. Auch der Klimawandel treibt immer mehr Menschen in die Flucht.

82 Prozent aller Flüchtlinge stammten aus nur zehn Ländern. Aus Syrien kamen seit 2014 die meisten Flüchtlinge.

Entwicklungsländer nehmen Flüchtlinge auf

Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge wurden im eigenen Land vertrieben. Von denen, die ins Ausland flohen, wurden 83 Prozent von Entwicklungsländern aufgenommen. Wie in den Vorjahren haben Industriestaaten nur 17 Prozent aller Flüchtlinge aufgenommen.

Die Türkei war der Zufluchtsort für über 3.6 Millionen Syrer und Kolumbien nahm rund 1.7 Millionen Menschen aus dem Nachbarstaat Venezuela auf. Die Schweiz hat 67'175 Flüchtlinge aufgenommen, wobei sie weltweit auf Platz 38 liegt (Stand 2019).

Venezolaner bildeten die zweitgrösste Bevölkerungsgruppe der weltweiten Flüchtlinge.
Legende: Venezolanerinnen und Venezolaner bildeten die zweitgrösste Bevölkerungsgruppe der weltweiten Flüchtlinge. Reuters

Negative Auswirkungen der Corona-Pandemie

Weil viele Länder während der Pandemie ihre Grenzen schlossen, fanden so viele Flüchtlinge keine neue Heimat wie seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr. Nur 34'400 Menschen von insgesamt 1.4 Millionen Asylsuchenden konnten in 21 Ländern umgesiedelt werden. In Europa sind die Asylgesuche hingegen rückläufig. In der Schweiz wurden 2020 gemäss der Statistik des Staatssekretariats für Migration (SEM) lediglich 11'041 Asylgesuche gestellt, was der tiefste Wert seit 2007 ist.

Auch beim Resettlement, der Aufnahme von Flüchtlingen aus einem unsicheren Erstaufnahmeland in ein sicheres Drittland, gab es einen dramatischen Einbruch. Dies ist ebenfalls auf den Rückgang der Umsiedlungsplätze aufgrund der Corona-Pandemie zurückzuführen. Die UNHCR ruft auch die Schweiz auf, mehr Resettlement-Flüchtlinge aufzunehmen, zumal die Asylgesuchszahlen sehr niedrig sind.

Das UNHCR ruft deshalb alle Staaten auf, mehr Umsiedlungsplätze für die Flüchtlinge zu schaffen.

SRF 4 News, 18.06.21, 8:00 Uhr;

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Thirza Schneider  (thikoyales)
    Wundert's irgendwen, weshalb trotz viel mehr Geflüchteten, die Asylgesuche in der Schweiz rückläufig sind? Wir sind Mitten in der Festung Europas und das ist bekanntlich der sicherste Ort. Ausserhalb der Festung kommen täglich viele um und herrscht ein einziger, tragischer, menschenverachtender Überlebenskampf, aber Hauptsache zu uns kommen sie nicht mehr (und die, die hier sind, werden in Zentren abgeschoben, ganz nach dem Sinn: aus dem Auge aus dem Sinn). Eine humanitäre Schweiz? Weit gefehlt!
  • Kommentar von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
    Traurige Zahl und wahrscheinlich wird sie in den nächsten Jahren nur noch steigen. Zu wissen wie viele arme Länder Flüchtlinge aufnehmen, sollte uns beschämen. Ich sehe da aber eine entscheidende Möglichkeit. Die Aufnahmeländer wie Sudan, Libanon, Bangladesch, Äthiopien sollten direkt vor Ort vermehrt unterstützt werden. Nicht nur Geflüchtete sollten Hilfe erhalten, sondern auch die einheimische Bevölkerung. Damit meine ich nicht einfach Geld geben, sondern Hilfe zur Selbsthilfe und Bildung.
  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Interessant der Verweis auf Venezuela. Weder direkter Krieg noch dramatische Missernte mit Hungersnot, sondern einfach katastrophales Totalversagen der Regierung. Korruption bis ins Mark lässt diesen Staat implodieren.