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Frankreich: Streik ohne Ende
Aus Tagesschau vom 09.01.2020.
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36. Streiktag Hunderttausende protestieren gegen Rentenpläne

  • In ganz Frankreich haben sich erneut Tausende Menschen zum Protest gegen die Rentenreform versammelt.
  • Demonstranten gingen etwa in der Hauptstadt Paris, in Nantes, Toulouse, Bordeaux und Marseille auf die Strasse.
  • Es ist der vierte Massenprotest, zu dem Gewerkschaften ihre Anhänger aufgerufen haben.

Das Innenministerium berichtete am Abend von 452'000 Menschen, davon 56'000 in der Hauptstadt. Die Gewerkschaft CGT sprach ihrerseits von 1.7 Millionen Demonstranten im ganzen Land.

Zugführer, Anwälte, Lehrer oder Postmitarbeiter legten ihre Arbeit nieder. Der Rekordstreik bei der französischen Staatsbahn lähmt das Land nun bereits seit 36 Tagen. Die zivile Luftfahrtbehörde hatte für Donnerstag vor Verspätungen und Flugausfällen gewarnt. Auch bei der Bahn und im französischen Nahverkehr gab es wieder massive Behinderungen. Gut zwei Drittel der Zugführer legten die Arbeit nieder.

In Paris kam es am frühen Abend zu Spannungen zwischen Polizei und einigen Demonstranten. Die Polizei warnte vor «gewalttätigen Gruppen», die sich in der Nähe der Kirche Saint-Augustin sammelten, dem Endpunkt der Demonstration und nahm rund zwei Dutzend Menschen fest.

Demonstranten und Einsatzkräfte
Legende: Bei der Demonstration kam es auch zu Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Einsatzkräften. Keystone

Wichtiges Treffen am Freitag

Die Gewerkschaft CGT und andere Gewerkschaften hatten zu dem neuen Massenprotest und branchenübergreifenden Streiks aufgerufen. Die Regierung will für alle Branchen die generelle Pensionierung von 62 auf 64 Jahre erhöhen und das komplexe System der Pensionskassen vereinheitlichen.

Am Freitag will Premierminister Édouard Philippe bei einem erneuten Treffen mit Sozialpartnern einen Vorschlag der gemässigten Gewerkschaften diskutieren. Die Regierung will mit der Rentenreform ein universelles Punktesystem schaffen und die Zersplitterung in mehr als 40 Einzelkassen beenden.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
    Man merke: Regierungen sind fast immer für Reformen, welche auf Kosten der Erwerbstätigen gehen und fast nie für Reformen, Steuern usw. welche die Privilegien des Kapitals beschneiden. Und wenn sie das versuchen, wie damals Miterand, müssen sie zurückkrebsen. Dies führt in die ökonomische, soziale und ökologische Sackgasse. Ein System für die Vermögensvermehrung und nicht für die Menschen. Auch die Kriege (inkl. angeblich (!) gegen den Terrorismus) dienen den Kapitalinteressen und nur diesen.
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Das Rentenvorhaben geht so schlicht und einfach begraben. Aus eine Position der Stärke und mit klaren Vorstellungen sollte die französiche Öffentlichkeit die Reformierung angehen. Denn was von der Regierung als Reform verkauft wird ist ein Rentendesaster, wo es einzig darum geht, das bisher von der Staatkasse unabhängige Rentensystem zu Kapitaliserungszwecken dem Staat zuzuführen - nicht ganz unähnlich unseren PK's, eigentliche antidemokratische Umverteilungsinstrumente von unten nach oben?
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    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Das Problem ist, weite Bevölkerungsschichten in Frankreich leben über ihre Verhältnisse. Irgendwann wird dann die Rechnung präsentiert.
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    2. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Das soll spezifisch für die Französische Bevölkerung sein, Herr Planta, und als Erklärung für die aktuelle Lage in Frankreich herhalten? Bedienen Sie da eventuell die gleiche Logik, die das Vorgehen einer EZB und allen voran die BRD legitiemeren sollte, um eine menschenverachtende Austeritätsdiktatur den Griechen zu auferlegen? Oder meinen Sie etwas ganz anderes?
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Bemerkenswert und erschreckend ist wie die Polizei, mit einer Willkür sondergleichen agiert. Wie sie dreinschlägt, verletzt .... Macron und Castagner sind unverantwortliche Chefs, die die Polizei gegen das eigene Volk ansetzen. Diese Entwicklung ist in höchstem Masse demokratigefährdend. Hätte Macron ein Staatgefühl oder eine Liebe für diese Republik, würde er wie vor ihm Chirac und Mitterrand zurücktreten. Ein unfähiger Präsident, der weder Jupiter und schon gar kein Staatschefformat hat.
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