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Abbas: «Wir lehnen den Plan ab»
Aus News-Clip vom 11.02.2020.
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Abbas vor der UNO Palästinenser wollen kein Land wie ein «Schweizer Käse»

  • Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat vor den Vereinten Nationen den Nahostplan der USA erneut mit deutlichen Worten abgelehnt.
  • Der US-Plan hätte aus seinem vorgesehenen Land einen «Schweizer Käse» gemacht, so Abbas.
  • Die Palästinenser zeigten sich aber nach wie vor an einem gerechten Frieden interessiert und forderten eine internationale Friedenskonferenz.

«Wir lehnen den israelisch-amerikanischen Plan ab», sagte Abbas mit deutlichen Worten im UNO-Sicherheitsrat in New York. «Dieser Plan wird der Region keinen Frieden und keine Stabilität bringen und deswegen werden wir ihn nicht akzeptieren».

Löchriges und zerstückeltes Territorium

Das Vorhaben stelle die «legitimen Rechte der Palästinenser» infrage. Ein Palästinenserstaat ohne Ost-Jerusalem als Hauptstadt und mit einem «zerstückelten» Territorium sei nicht hinnehmbar, sagte Abbas und hielt eine Karte mit dem US-Vorschlag für einen künftigen Palästinenserstaat in die Höhe. Der Palästinenserpräsident sprach von «Schweizer Käse».

Zugleich bekräftigte Abbas: «Ich bin bereit für Verhandlungen, ich war immer bereit für Verhandlungen. Ich bin bereit, jetzt gleich hier bei der UNO zu bleiben und loszulegen.»

Die USA als alleinigen Vermittler würden die Palästinenser aber nicht mehr akzeptieren, sagte Abbas. Die Situation im Nahen Osten könne jeden Moment implodieren, sagte Abbas. Die Palästinenser wollten Gewalt und Terrorismus aber vermeiden. Der israelische Botschafter Danny Danon warf Abbas vor, nicht ernsthaft an Verhandlungen interessiert zu sein.

Ich bin bereit für Verhandlungen, ich war immer bereit für Verhandlungen.
Autor: Mahmud AbbasPalästinenserpräsident

Zuvor hatten UNO-Generalsekretär António Guterres und der UNO-Nahost-Beauftragte Nikolaj Mladenow sowie fünf aktuelle und frühere EU-Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats, darunter auch Deutschland, ihre volle Unterstützung für einen Frieden im Nahen Osten bekräftigt – zeigten sich in Hinblick auf den US-Nahostplan jedoch zurückhaltend und skeptisch.

Palästinenserpräsident Abbas hatte dem UNO-Sicherheitsrat eigentlich eine Gegenresolution zum US-Nahostplan vorlegen wollen, das hatten die USA jedoch mit massivem diplomatischem Druck verhindert.

Ein harter Plan für Palästinenser

Der US-Nahostplan war nach seiner Vorstellung in Washington Ende Januar vielerorts auf Ablehnung gestossen, weil er die Palästinenser zu erheblichen Zugeständnissen an Israel zwingt. Gleichzeitig würde er Israel die Annexion des Jordantals und von Siedlungen erlauben. Ein Palästinenserstaat wäre mit harten Auflagen verbunden und der Traum der Palästinenser von einer Hauptstadt im historischen Ost-Jerusalem zunichtegemacht.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Andy Gasser  (agasser)
    Die Fakten sind klar. Palästinenser wollen Ost-Jerusalem und die Siedlungsgebiete zurück. Israel wird aber seine Siedlungen niemals aufgeben und ein geteiltes Jerusalem mit zwei Hauptstädten nicht akzeptieren. Israel ist stärker und geniesst den Rückhalt durch die USA. Beide Seiten sind in einem Status Quo gefangen und keiner ist bereit auch nur etwas von seinem Standpunkt abzurücken. Das Problem in Palästina benötigt wohl noch ein paar Jahrzehnte, bevor eine Lösung möglich wird.
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  • Kommentar von Alexander Ognjenovic  (Alex)
    Die Palästinenser haben während des zweiten Weltkrieges mit den Nazis paktiert und deshalb jedes Recht auf einen eigenen Staat verwirkt! Die Juden haben Israel als Staat bekommen als Entschädigung für das was die Nazis getan haben!
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    1. Antwort von Stefan Buso  (Misotheist)
      Wie kommen Sie denn darauf..?? Palästina hat während des 2. WK über 25‘000 jüdische Flüchtlinge aufgenommen! Als Dank dafür wurden danach vom gegründeten Staat Israel 600’000 Palästinenser vertrieben und bis heute wird ihnen die Rückkehr verweigert!
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  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    So positiv ich Israel gegnüber eingestellt bin, kann ich doch in dieser Frage nicht umhin Verständnis für Abbas und seine Leute zu haben, jedenfalls was die "Löcher im Käse" betrifft. Auch bin ich grundsätzlich der Meinung dass die Palästinenser niemandes Zustimmung brauchen um einen eigenen Staat auszurufen. Ihr Problem ist, dass sie es nicht tun, dass sie es all die Jahrzehnte nicht getan haben. Wieso? Weil es bedeutet hätte einstweilen einen Hauptort ausserhalb Jerusalems zu akzeptieren!
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