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«Trump will endlich Ernst machen»
Aus 10 vor 10 vom 07.10.2019.
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Abzug der US-Truppen «Trump droht eine mittlere Schmach»

Donald Trump hat angekündigt, US-Truppen aus Nordsyrien abzuziehen. Der Entscheid des US-Präsidenten stiess international auf viel Kritik und erntet sogar in den eigenen Reihen Kopfschütteln. Doch in dieser Sache will Donald Trump mit dem Kopf durch die Wand, meint USA-Korrespondent Peter Düggeli – denn es gehe um den Wahlkampf.

Peter Düggeli

Peter Düggeli

USA-Korrespondent, SRF

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SRF-Korrespondent Peter Düggeli arbeitet seit Sommer 2015 in Washington. Er ist seit 2010 bei SRF. Düggeli studierte an der Universität Freiburg Geschichte und Englisch und schloss sein Studium 1999 mit einem Lizenziat ab.

SRF News: US-Präsident Donald Trump spricht schon länger von einem Abzug der Truppen aus Syrien. Jetzt setzt er dies in die Tat um. Weshalb wählte er diesen Zeitpunkt?

Peter Düggeli: In einem Jahr sind Wahlen in den USA und Trump will das davor durchziehen. Für ihn ist die «Mission accomplished», der IS ist geschlagen und jetzt will er einfach nur raus. Davor gab es jedoch ein langes Hin- und Her. Trump schwankte zwischen zwei Optionen: raus aus Syrien oder die Kurden schützen. Das zeigt, wie schwer ihm dieser Entscheid fiel.

Donald Trump wird für diesen Entscheid auch im eigenen Land heftig kritisiert – vom Pentagon und sogar von der eigenen Partei. Bahnt sich ein weiterer Machtkampf an?

Was es heute im Kongress von den Republikanern an Kritik zu sehen gab, das übersteigt die gesamte republikanische Kritik am Präsidenten der vergangenen zweieinhalb Jahre. Ein Beispiel: Lindsey Graham, der im Amtsenthebungs-Skandal der grösste Verteidiger Trumps ist, bezeichnete den Abzug als Desaster. Und auch der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, meinte, der Präsident müsse in dieser Sache umdenken. Gut möglich, dass da eine mittlere Schmach auf Trump zukommt.

Es scheint so, als habe sich Trump verrechnet?

Auf der einen Seite kann man das so sehen. Trump musste ja auch etwas zurückrudern. In einem Tweet versicherte er, er werde mit grosser Weisheit dafür sorgen, dass die Türkei nicht zu weit geht. Auf der anderen Seite scheint es aber auch, dass der Präsident mit dem Kopf durch die Wand will. Eine Mehrheit der Amerikanerinnen und Amerikaner wollen den Krieg in Syrien nicht mehr. Trump konnte bei seinem Wahlversprechen, US-Truppen abzuziehen, noch keine grossen Erfolge erzielen. Ein Jahr vor den Wahlen will er deshalb endlich Ernst machen.

Das Gespräch führte Andrea Vetsch.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Marti Müller  (marchman)
    So sieht eben friedenspolitik aus.
    Weiter so Donald!
    1. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Verbündete im Stich lassen und deren Tod in Kauf zu nehmen sehen Sie also als Friedenspolitik? Von den langfristigen Auswirkungen ganz zu schweigen. Das Erbe des US Einflusses muss mit Bedacht abgearbeitet werden.
    2. Antwort von Hans Haller  (panasawan)
      Herr Michel Koller, die Amis haben ua. auch Trump gewählt, weil sie es satt haben den Weltpolizisten zu spielen und sich andauernd dafür rüfeln zu lassen. Sie sollten das mal mit einigen US-Bürgern diskutieren. Da sind einige nicht ganz so scharf drauf überall einzugreifen. - Das war seinerzeit bei Roosevelt vor Pearl Harbour nicht viel anders. Und nur so nebenbei bemerkt, auch Sie selber würden da sich ja nicht mit Blut, Schweiss und Tränen einbringen wollen, oder? (pardon muss man mal sagen)
    3. Antwort von Mark De Guingois  (MDG)
      Ich nehme an, dass das Kommentar ironisch gemeint ist.
    4. Antwort von Max Wyss  (Pdfguru)
      @MDG: Ich hoffe es zumindest…
    5. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Regieren bedeutet Verantwortung zu tragen und nicht den Leuten nach dem Mund zu sprechen, nur um gut dazustehen. Überrascht mich leider nicht, dass ich dies immer mal wieder erklären muss.
  • Kommentar von Andrea Esslinger  (weiterdenken)
    Und von so einem Staat will das Schweizer Militär hochtechnisierte Kampfflugzeuge kaufen. Dann kann's mal schnell heissen: Spuren oder die Vögel bleiben am Boden.
    1. Antwort von Alex Moser  (AM)
      Egal welchen Vogel wir kaufen. Wenn wir nicht kuschen wird er gegroundet werden können.

      Bei Deutschland (Eurofighter) und Frankreich (Raffale) wird die Versuchung sicher grösser sein, die CH politisch unter Druck zu setzen als bei der USA.

      Aber ja, neutralitötspolitisch wöre der Grippen sicher die bessere Wahl gewesen!
  • Kommentar von Peter Sprecher  (b8ilys)
    Da wird doch immer gefordert, dass sich die USA aus all dem raus haltet und wenn sie die Truppen abziehen....wird genau so gemotzt. Wie in der Kindergeschichte Hans-Dampf im Schnäggeloch:))
    1. Antwort von Lukas Gubser  (Mastplast)
      Sehe ich genau so diese ständige anti USA Haltung von von vielen Europäern un vorallem Schweizern wird noch mal eine unangenehme Retourkutsche zur Folge haben.
    2. Antwort von Hans Zaugg  (Hans Zaugg)
      So einfach ist es eben nicht: Für die Sauerei im nahen Osten sind die USA zum grossen Teil mitverantwortlich, also sollen sie auch bleiben, bis alles aufgeräumt ist!
    3. Antwort von Mark De Guingois  (MDG)
      Truppen da lassen, Trump abziehen