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Account auf Plattform X Glühende Berichte über USA-Besuch – wer steckt hinter @FreddyLA7?

Ein User geht mit Posts über seine USA-Reise viral. Zufall oder clever inszenierte Kampagne? Die wichtigsten Antworten.

Was ist passiert? Der User @FreddyLA7 dokumentiert auf seinem Account bei der Plattform X einen Roadtrip durch die Südstaaten der USA anlässlich der Fussball-WM. Dabei zeigt «er» eine ausgeprägte Vorliebe für stereotyp amerikanische Themen wie Fast Food und Einkaufszentren. Verschiedene US-Medien haben über den deutschen Besucher und dessen Begeisterung für das Land berichtet. Das wirft Fragen auf. Denn: Wer hinter dem Account steckt, ist unklar.

Was ist auf den X-Posts zu sehen? Angefangen hat die USA-Reise offenbar am 5. Juni. @FreddyLA7 postete an jenem Tag die Aufnahme eines Bildschirms in einem Flieger: Zu sehen ist die Strecke Dublin-New York. Von Atlanta führte die Reise anschliessend unter anderem durch die Staaten Alabama, Louisiana und Texas. Es folgten Bilder aus Fast-Food-Restaurants, Football-Stadien oder einem Besuch bei der Nasa – versehen mit Vermerken wie «USA rocks!» (dt. «Die USA sind der Hammer!»).

Was sind die Reaktionen? Mehrere grosse X-Accounts, darunter das MLS-Team aus Vancouver, die NBA-Mannschaft aus New Orleans, der Footballspieler J.J. Watt sowie US-Nationalspieler Chris Richards haben auf die Reise von @FreddyLA7 reagiert. Die Nasa postete über ihn, Mitglieder der Polizei von Houston posierten mit ihm. Der X-User hat es auch in verschiedene US-Medien geschafft, darunter in die «Washington Post».

Auf X gibt es sowohl kritische Stimmen, die die Authentizität des Accounts in Frage stellen – als auch Beifall für die Beschreibungen US-amerikanischer Gastfreundschaft.

Was weiss man über @FreddyLA7? Die Bio gibt an, der Account stamme aus Deutschland, aktiv ist er laut der Plattform seit März 2021. Die allermeisten seiner über 22'000 Einträge sind in makellosem Englisch mit US-amerikanischer Note verfasst, vereinzelt antwortet @FreddyLA7 auf Deutsch.

Autoansicht bei starkem Schneefall, Strassenverkehrsschilder sichtbar.
Legende: Der einzige Hinweis auf die deutsche Heimat von @FreddyLA, die sich im Account findet, ist dieses Bild. Eine Geolokalisierung mittels Google Maps ergibt, dass es sich um eine Adresse im Osten Hamburgs handelt. (Oktober 2025) Screenshot X

In den ersten Jahren fiel der Account durch Inaktivität auf, ab 2024 nahm die Aktivität zu – mit besonders vielen Einträgen zum portugiesischen Superstar Cristiano Ronaldo und dessen saudischem Club Al-Nassr. Im November 2025 publizierte @FreddyLA7 mehrere Bilder einer Reise nach Saudi-Arabien. In Deutschland hat er ein Herz für den Hamburger Sportverein HSV, wie er auf die Frage eines Users schrieb.

Gibt es Bilder von @FreddyLA7? Auf mehreren Fotos sind jeweils drei jüngere Männer zu sehen, deren Gesichter jeweils mit Smileys überdeckt sind – bei einem jeweils mit dem Konterfei Cristiano Ronaldos. Auf Nachfrage eines Users, weshalb er auf seinen Bildern nie zu sehen sei, antwortete «Freddy» mit einem Wunsch nach Anonymität.

Was ist die Kontroverse? Die Reise von @FreddyLA7 stösst offenbar auf grosses Interesse: Er konnte seine Follower-Zahl innert kurzer Zeit von 11'000 auf über 600'000 steigern. Selbst Videos mit eher unspektakulärem Inhalt erzielen bis zu einer Million Aufrufe. Der Account wirft mehrere Fragen auf: Wer hat die Kontakte zur Nasa oder zur Polizei von Houston hergestellt? Wie viel kostet die sechs Wochen dauernde Reise, inklusive des Besuchs von mehreren WM-Spielen? Und bezahlt @FreddyLA7 diese selbst?

Wie X entscheidet, was wir sehen

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Zusammenhängen könnte die grosse Reichweite der Posts von @FreddyLA7 mit deren Erscheinen auf der «For You»-Seite vieler User, die sich für Fussball und die WM interessieren. Jürg Tschirren, SRF-Fachredaktor Digital, erklärt, was es damit auf sich hat:

X hat zwei Ansichten: «Following» zeigt chronologisch die Beiträge der abonnierten Konten. «For You» dagegen ist eine vom Computer zusammengestellte Auswahl. Sie wird den meisten Leuten angezeigt. Aus Hunderten Millionen Beiträgen werden rund 1500 herausgepickt und priorisiert, wie wahrscheinlich man sie liked, kommentiert oder teilt. Seit Januar 2026 trifft diese Auswahl eine KI von Elon Musks Firma xAI. Sie lernt, Beiträge dem Verhalten der Nutzer entsprechend zu sortieren, ohne dass Menschen dafür feste Regeln setzen.

Doch X kann in die Sortierung eingreifen: Zum einen werden zahlende Abonnenten bevorzugt, Beiträge mit Links nach aussen dagegen gebremst. Zum anderen lässt Elon Musk seine eigenen Tweets bevorzugt anzeigen. 2024 schoss ausserdem die Reichweite seines Kontos (kurz nach seinem Bekenntnis zu Donald Trump) auffällig nach oben, stärker als bei vergleichbaren Accounts, wie eine Studie zeigte. Ob er den Algorithmus dafür gezielt umstellte, lässt sich von aussen nicht beweisen – X legt diese Funktionsweise nicht offen.

Was sagt @FreddyLA7? Auf seinem X-Account hat «er» mehrfach vor Betrügern gewarnt und klargestellt, dass Accounts mit demselben Namen auf anderen Plattformen nicht von ihm stammen. SRF hat den User per Direktnachricht kontaktiert – am Mittwoch bis 16 Uhr blieb eine Antwort jedoch aus. Auch X selbst antwortete bislang nicht auf Fragen zum Account.

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SRF 4 News, 10.06.2026, 7 Uhr; sche;schc;noes

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