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Angriffe auf Schwule und Linke Razzien gegen junge Rechtsextreme in ganz Deutschland

Die Behörden ermitteln gegen dutzende Neonazis, unter anderem wegen Gewalttaten. Der Jüngste ist erst 16 Jahre alt.

In zwölf der 16 deutschen Bundesländer laufen seit dem frühen Morgen Durchsuchungen bei mutmasslichen Rechtsextremisten. Es geht um die Gruppen «Jung und Stark» sowie «Deutsche Jugend Voran», sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. 36 Personen werden die Bildung dieser kriminellen Vereinigungen oder die Mitgliedschaft vorgeworfen.

Es bestehe der Verdacht, dass die Beschuldigten herausgehobene Mitglieder der beiden Gruppierungen seien, heisst es in einer Mitteilung der Behörde. Den meisten Beschuldigten werde Rädelsführerschaft zur Last gelegt. Gegen acht Beschuldigte werde auch wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Vermummte Person zeigt obszöne Geste bei Demonstration mit Deutschlandflagge.
Legende: Junge Rechtsextreme treten in Deutschland vermehrt in Erscheinung (im Bild: Demo in Berlin vor den Bundestagswahlen im Februar 2025). Reuters / Lisi Niesner

Der jüngste Beschuldigte soll 16 Jahre alt sein. Es gebe nur Durchsuchungen, Festnahmen seien keine geplant, sagte die Sprecherin. Ausgenommen von den Durchsuchungen sind nur die Bundesländer Baden-Württemberg, Thüringen, Hamburg und Bremen.

Gewalt gegen politische Gegner

Die Gruppen existieren nach Angaben der Bundesanwaltschaft seit Mitte 2024. Sie seien deutschlandweit organisiert und hätten in den Bundesländern Regionalgruppen. «Deutsche Jugend Voran» trete bisweilen unter dem Namen «Neue Deutsche Welle» auf. Die Mitglieder vernetzten sich sowohl über soziale Medien als auch bei regelmässigen Treffen. Dabei werde zu Gewalttaten gegen politische Gegner sowie gegen vermeintlich Pädophile aufgerufen.

«Einige Beschuldigte sollen dementsprechend Angehörige der linken Szene oder Personen angegriffen haben, die sie für pädophil hielten. Die Opfer wurden jeweils von mehreren Angreifern geschlagen und trugen nicht unerhebliche Verletzungen davon», hiess es.

Angriffe auf Schwule

So gab es in den vergangenen Jahren etwa Störungen und Angriffe auf Paraden am Christopher Street Day, der den Rechten lesbischer, schwuler und anderer queerer Menschen gewidmet ist.

Das Bundeskriminalamt erklärte Mitte 2025: «Die Polizeibehörden aus Bund und Ländern beobachten seit etwa Mitte vergangenen Jahres, dass in der rechten Szene neue Jugendgruppen in Erscheinung getreten sind, die sich zunächst im virtuellen Raum gegründet hatten.» Diese träten inzwischen vermehrt durch Veranstaltungen, Störaktionen und Straftaten in Erscheinung.

Die grösste dieser Gruppe war damals nach Angaben aus Sicherheitskreisen «Jung und Stark» mit einer Anhängerzahl im mittleren dreistelligen Bereich. Die Anhängerzahl von «Deutsche Jugend Voran» wurde damals auf mehr als 100 geschätzt.

Weitere relevante Vereinigungen seien «Der Störtrupp» sowie die Gruppe «Letzte Verteidigungswelle». Mutmassliche Angehörige der «Letzten Verteidigungswelle» stehen aktuell in Hamburg wegen mehrerer Gewalttaten vor Gericht.

SRF4 News, 6.5.2026, 10:30 Uhr ; 

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