- Bei einem Selbstmordanschlag auf eine schiitische Moschee am Stadtrand der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sind mindestens 31 Menschen getötet worden.
- Nach Angaben von Rettungskräften und Augenzeugen wurden zudem knapp 170 Personen verletzt, einige davon lebensgefährlich.
Während des Freitagsgebets habe ein Angreifer am Eingang des Moscheegeländes das Feuer eröffnet und sich anschliessend in die Luft gesprengt. Der Islamische Staat hat sich auf seinem Telegram-Kanal zu der Tat bekannt. Es wurde auch ein Foto verbreitet, welches den Selbstmordattentäter zeigen soll. Dieses konnte aber bisher nicht unabhängig überprüft werden.
Verteidigungsminister Khawaja Asif schrieb auf der Plattform X, der Attentäter habe sich in der letzten Reihe der Gläubigen in die Luft gesprengt. Gemäss einem Polizeibeamten vor Ort hätten sich zum Zeitpunkt der Explosion zwischen 600 und 700 Menschen in der Moschee befunden.
Der regionale Ableger der Terror-Gruppe verübt regelmässig Anschläge auf die schiitische Minderheit im Land. Es handelt sich um den schwersten Anschlag dieser Art in Islamabad seit über zehn Jahren.
Zunehmende Gewalt im Land
In den letzten Monaten verzeichnete Pakistan eine Welle der Gewalt, die vor allem separatistischen Gruppen aus Belutschistan sowie der TTP zugeschrieben wird. Erst vor einer Woche tötete die belutschische Befreiungsarmee (BLA) bei koordinierten Angriffen etwa 50 Menschen. Das Militär gab daraufhin an, über 200 Militante getötet zu haben.
Bereits im November forderte ein Selbstmordattentat vor einem Gericht in Islamabad 12 Todesopfer.
Anschlag während Staatsbesuch
Die jüngste Explosion erfolgte zeitgleich mit einem Staatsbesuch des usbekischen Präsidenten Schavkat Mirsijojew. Zum Zeitpunkt der Explosion nahm dieser an einer Veranstaltung mit Premierminister Shehbaz Sharif teil, die jedoch mehrere Kilometer vom Tatort entfernt stattfand.
Präsident Asif Ali Zardari und Premierminister Sharif verurteilten die Tat in offiziellen Erklärungen und ordneten eine umfassende Untersuchung an.