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Anti-Terror-Aktion Nigerias Militär bombardiert Markt – Dutzende Tote befürchtet

  • Nach einem Luftangriff des nigerianischen Militärs auf einen Markt im Nordosten des Landes werden Dutzende Todesopfer befürchtet.
  • Laut Amnesty International kamen gar mehr als hundert Menschen ums Leben.
  • Drei Kampfflugzeuge beschossen am Samstagnachmittag den Markt in einer Ortschaft an der Grenze zwischen den Bundesstaaten Borno und Yobe.
  • Das Militär erklärte, die Aktion habe einen Korridor für Terroristenbewegungen der Islamischen Staats Westafrika Provinz (ISWAP) zum Ziel gehabt.

Lokale Medien berichteten mit Verweis auf Augenzeugen von 30 bis 200 Toten. Behörden, darunter die Polizei, bestätigten den Vorfall, es wurden jedoch keine offiziellen Opferzahlen genannt. Drei Militärkampfflugzeuge beschossen am Samstagnachmittag den Markt in Jalli Futchimiram an der Grenze zwischen den Bundesstaaten Borno und Yobe.

Militär bestätigt Luftangriffe

Das nigerianische Militär teilte mit, dass Luftangriffe in dem Gebiet durchgeführt worden seien. Die Armee erklärte, die Aktion habe «einen wichtigen Korridor für Terroristenbewegungen und einen Sammelpunkt für Terroristen der Islamischen Staats Westafrika Provinz und ihre Komplizen» zum Ziel gehabt.

«Dutzende Terroristen wurden bei den Angriffen unschädlich gemacht, ihre Fahrzeuge und technische Ausrüstung wurden zerstört, während überlebende Elemente dabei beobachtet wurden, wie sie in verschiedene Richtungen flohen», hiess es in einer von Militärsprecher Sani Uba unterzeichneten Erklärung.

Fehlschläge trafen in der Vergangenheit bereits Zivilisten

Das nigerianische Militär stützt sich stark auf Luftangriffe zur Bekämpfung von Dschihadisten, die seit 16 Jahren im Nordosten Nigerias gegen den Staat kämpfen. Mehrfach wurden bei fehlgeleiteten Schlägen auch Zivilisten getötet. Einer der schlimmsten Vorfälle ereignete sich 2017, als ein Lager für Binnenflüchtlinge bombardiert wurde und 112 Zivilisten ums Leben kamen.

Gepanzertes Fahrzeug mit Soldaten auf befahrener Strasse.
Legende: Das nigerianische Militär zeigt im Bundesstaat Borno, im Nordosten des Landes, seit vielen Präsenz. (Archivbild August 2013) Keystone / AP Photo / Sunday Alamba

Auch in anderen Regionen des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas kommt es immer wieder zu schweren Angriffen bewaffneter Gruppen. Die Vielzahl an Krisen überdehnt die Kräfte der Sicherheitsbehörden des Landes.

Die USA unterstützen Nigeria seit kurzem verstärkt im Anti-Terror-Kampf. Nach einem US-Luftangriff gegen bewaffnete Gruppen an Weihnachten trafen Mitte Februar rund 100 US-Soldaten im Land ein, die nigerianische Streitkräfte ausbilden sollen.

SRF 4 News, 12.4.26, 21:00 Uhr ; 

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