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Wuhan wird wieder geöffnet
Aus SRF 4 News aktuell vom 08.04.2020.
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Ausreise aus Wuhan Können jetzt alle einfach die Stadt verlassen?

Für Wuhan endet heute die Abschottung. In der chinesischen Stadt, die als Ausgangspunkt der Coronavirus-Pandemie gilt, wurden seit einigen Wochen die Quarantäne-Massnahmen schrittweise gelockert. Neu dürfen die Menschen auch wieder aus der Stadt ausreisen. Nach Schätzungen der Regierung werden rund 50'000 Menschen Wuhan verlassen – die aber nicht überall problemlos einreisen können, schildert China-Korrespondent Martin Aldrovandi.

Martin Aldrovandi

Martin Aldrovandi

Nordostasien-Korrespondent, SRF

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Martin Aldrovandi ist seit 2016 Korrespondent für Radio SRF in Nordostasien mit Sitz in Schanghai. Zuvor hatte er mehrere Jahre lang als freier Journalist aus dem chinesischsprachigen Raum berichtet.

SRF News: Zehntausende Menschen wollen heute die Stadt verlassen. Was sind die Gründe dafür?

Martin Aldrovandi: Die Menschen haben verschiedene Beweggründe. Manche wollen einfach weg, weil sie so lange in Quarantäne ausharren und mit der Angst leben mussten. Viele sind in Wuhan steckengeblieben, leben aber eigentlich anderswo. Und dann gibt es noch Menschen, die ursprünglich aus Wuhan stammen, jetzt aber in einer anderen Stadt leben und nur auf Besuch waren, als die Quarantäne verhängt wurde.

Ist es schwierig, aus der Stadt auszureisen – oder können jetzt alle, die wollen, einfach gehen?

Nein. Man muss auf der App, mit der alle Bewegungen der Chinesen verfolgt werden, ein grünes Licht haben. Und man kann auch nicht überall einreisen: Es gibt Provinzen, die einen Test verlangen. Dann gibt es Orte, wo die Menschen zwar einreisen dürfen, aber bestimmte Wohnsiedlungen oder Bürohäuser ihre eigenen Bestimmungen zum Einlass haben. Die Hauptstadt Peking besitzt die strengsten Regeln: Dort darf nur einreisen, wer sich mindestens 14 Tage in Quarantäne begibt.

Menschen mit Gepäck stehen Schlange für die Ausreise
Legende: 76 Tage war die 11-Millionen-Stadt Wuhan von der Aussenwelt abgeriegelt. Die Behörden rufen weiterhin dazu auf, das Viertel oder die Stadt nur zu verlassen, wenn es unbedingt nötig ist. Reuters

Haben die Behörden keine Angst, dass sich das Coronavirus nun wieder ausbreiten könnte, wenn so viele Menschen gleichzeitig aus Wuhan ausreisen?

Die Regierung ist sich des Risikos durchaus bewusst. Sie appelliert auch an die Menschen, unnötige Reisen zu unterlassen. Es wird dazu aufgerufen, weiterhin wachsam zu sein. Das gilt auch für das Leben in Wuhan selbst: Auch da werden nicht alle Geschäfte und Restaurants sofort wieder öffnen. Das läuft gestaffelt ab. Ausserdem gibt es weiterhin viele Kontrollen, die Menschen tragen – wie andernorts – weiterhin Gesichtsmasken.

Mit der Aufhebung der Abschottung soll in Wuhan wieder Normalität einkehren – wie weit ist der Weg dahin noch?

Ich denke, Wuhan ist noch weit davon entfernt. Dass das Epizentrum der Pandemie jetzt wieder geöffnet wird, hat auch einen symbolischen Wert. Die Menschen dort mussten sehr viel durchmachen mit viel Angst und Unsicherheit, viele Menschen sind gestorben.

Die Öffnung von Wuhan hat auch einen symbolischen Wert.

Die Regierung will zeigen, dass man einen weiteren Schritt zurück zur Normalität macht – für ganz China. Um eine weitere Welle zu verhindern, wird der Fokus derzeit stark auf Rückreisen von Menschen aus anderen Ländern gelegt. Ausländer dürfen gar nicht mehr ins Land rein, aber auch bei Chinesen ist man äusserst vorsichtig.

Das Gespräch führte Salvador Atasoy.

Video
SRF-Korrespondent Martin Aldrovandi zur Öffnung von Wuhan
Aus News-Clip vom 08.04.2020.
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SRF 4 News, 8.4.2020, 7.50 Uhr;

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10 Kommentare

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  • Kommentar von André Piquerez  (Nemesis1988)
    Ich finde wichtig wäre jetzt, dass alle Wildtier-Märkte verboten würden. Dann gäbe es weniger Tierquälerei und eine weitere noch gefährlichere Pandemie könnte verhindert werden. Anscheinend sind Fledermäuse die Haupt-Träger von vielen Virusarten. Sie selber sind immun, aber können die Viren auf andere Tiere übertragen, die oft auch immun sind, aber es auf Menschen weitergeben können. Die UNO, EU oder WHO oder irgendeine weltweite Instanz müsste solche Wildtiermärkte unbedingt weltweit verbieten.
    1. Antwort von Paul Soltermann  (ps)
      Ich stimme Ihnen zu, obgleich die Ursache fuer den Ausbruch der Epidemie hoffentlich noch Gegenstand von genauesten Analysen sein wird. Reine Verdaechtigungen sind gefaehrlich, weil dadurch schnell falsche Schluesse gezogen werden koennen.
    2. Antwort von Delmar Lose  (DeLo)
      Das ist schon geschehen, obwohl nicht sicher ist ob es nur vorübergehend ist oder so bleit. Sicher ist das es zum Schwarzmarkt wechselt wens verboten wird ;)
  • Kommentar von Alexander Ognjenovic  (Alex)
    Eine sehr gute Nachricht dass nun in allen chinesischen Städten und Provinzen die Normalität wieder da ist und die Menschen nicht mehr vom Virus bedroht sind! China ist als gutes Vorbild vorangegangen bei der Bekämpfung von Corona. Jetzt erwarte ich dass alle anderen Länder dieser Welt genauso vorbildlich gegen Corona vorgehen.
    1. Antwort von Alfons Bauer  (frustriert)
      China hat die tatsächliche Zahl der Toten verheimlicht und ob die Gefahr bei denen nun wirklich vorbei ist, bleibt fragwürdig.
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Mit der Aufhebung der Abschottung soll in Wuhan wieder Normalität einkehren. Zu hoffen bleibt, dass die Tierquälerei auf den Tiermärkten wo neben Fisch auch das Fleisch von 30 Tierarten verkauft, darunter Pangoline, Schleichkatzen, Eichhörnchen, Rattenarten, Fasan, Skorpione und Schlangen usw. verboten wird. Ausgangsort von Corona. Weil das Problem über China und das Coronavirus hinausreicht und in vielen Ländern zum Artensterben beiträgt, ist eine weltweite Schliessung unumgänglich.
    1. Antwort von Alexander Ognjenovic  (Alex)
      Alle Länder dieser Welt müssen gezwungen werden die Tierquälerei zu verbieten. Alle Tiere haben Gefühle und das Recht gleichberechtigt und respektvoll behandelt zu werden wie wir Menschen auch.
    2. Antwort von Paul Soltermann  (ps)
      Ich kann ihr Statement nur unterstuetzen. Ganz besonders grausam finde ich, dass noch Haifisch-(!)Flossen auf oeffentlichen Maerkten angeboten werden duerfen.