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Auswirkungen von Xenophobie Ausufernde Fremdenfeindlichkeit in Südafrika

Die Gewalt und die Proteste richten sich vor allem gegen Migrantinnen und Migranten aus anderen afrikanischen Ländern.

Worum geht es? Seit Ende April gibt es in Johannesburg und Pretoria Proteste gegen die illegale Einwanderung. Anti-Einwanderungsgruppen fordern die strikte Durchsetzung der Einwanderungsgesetze und Massenabschiebungen. Die Schätzungen, wie viele illegale Migrantinnen und Migranten ohne Dokumente in Südafrika leben, variieren zwischen 3 bis 5 Millionen Menschen. Das Phänomen sei nicht neu, sagt Leonie March, die als freie Journalistin in Südafrika arbeitet: «Diese fremdenfeindliche Gewalt flammt seit 2008 immer wieder auf, vor allem im Vorfeld von Wahlen.» So sei es auch jetzt. Xenophobe Parolen würden von populistischen Parteien genutzt, um Wählerstimmen zu gewinnen.

Was wird den Eingewanderten vorgeworfen? «Migrantinnen und Migrantinnen aus anderen afrikanischen Ländern werden pauschal für soziale und ökonomische Übel verantwortlich gemacht», erklärt die Journalistin. Es werde beispielsweise behauptet, Migrantinnen und Migranten würden Südafrikanern die Jobs wegnehmen und sie verübten viel Gewaltkriminalität.

Was sagt die Statistik dazu?

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Etwa vier Prozent der Menschen, die in Südafrika leben, sind eingewandert. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 40 Prozent.

Wie äussert sich die Ablehnung von Zugewanderten genau? Einerseits würden direkt körperliche Angriffe, bei denen Menschen zusammengeschlagen oder getötet werden, ausgeführt, sagt March. Andererseits zögen Gruppen durch die Quartiere und schüchterten Geschäftsleute ein, die Migrierte anstellen. Sie führten Razzien und Ausweiskontrollen durch und steckten zum Teil Läden in Brand.

In manchen Städten Südafrikas ist es so weit gekommen, dass Migrantinnen und Migranten der Eingang zu Schulen und Kliniken versperrt wird.

Dazu komme noch die Diskriminierung in medizinischen Kliniken: Zwar hätten auch Migrantinnen und Migranten ein Recht auf Gesundheitsversorgung, aber sie würden oft abgewiesen und schlecht behandelt. Und: «In manchen Städten ist es seit einem halben Jahr so weit gekommen, dass Migrantinnen und Migranten der Eingang zu Schulen und Kliniken versperrt wird.»

Menschenmenge bei einer Protestkundgebung mit Schildern.
Legende: Für schlechte Entwicklungen in der Südafrikanischen Gesellschaft werden Migrantinnen und Migranten verantwortlich gemacht. (Bild vom 13.5.2026) Reuters/Ihsaan Haffejee

Wen trifft die Wut dieser Gruppen? Man urteile nach der Hautfarbe oder nach der Sprache, so die Journalistin. «Manchmal geraten auch Südafrikanerinnen und Südafrikaner ins Visier, die dem Klischeebild nicht so entsprechen.» Für den Mob gebe es auch keinen Unterschied, ob die Leute legal oder illegal im Land seien, und ob es sich um Arbeitsmigranten oder Flüchtlinge handle. «Wenn Papiere vorgezeigt werden, heisst es oft, sie seien gefälscht», sagt die Journalistin.

Was macht die südafrikanische Regierung dagegen? Sie verurteilt die Gewalt und hat Aktionspläne gegen Fremdenfeindlichkeit ausgearbeitet. «Diese Versuche zeigen kaum Wirkung», so die Journalistin.

Was tun andere Länder dagegen? Nigeria zum Beispiel hat eine freiwillige Rückführungsaktion für Landsleute gestartet, bei der es 130 Personen aus Südafrika ausflog. Auch Ghana hat eine Rückführungsaktion ins Leben gerufen; bei dieser wurden um die 300 Personen zurückgebracht.

SRF 4 News, 28.5.2026, 8:15 Uhr ; 

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