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Oppositionsführerin Maria Kolesnikowa verschwunden
Aus Tagesschau vom 07.09.2020.
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Belarus Oppositionsführerin Maria Kolesnikowa verschwunden

  • Von Maria Kolesnikowa, Protestführerin in Belarus, fehlt offenbar jede Spur. Dies teilt ihr Wahlkampfteam mit.
  • Ein Online-Portal berichtet von einer Entführung. Die Polizei widerspricht dieser Darstellung.
  • Das Innenministerium in der Hauptstadt Minsk berichtet, dass an den Demonstrationen von Sonntag über 630 Protestierende festgenommen worden seien.

Ihre Kollegen hätten keinen Kontakt zu ihr, teilte der Pressedienst des Koordinierungsrates der Demokratiebewegung in Minsk mit. Ausserdem seien ihr Mitarbeiter Iwan Krawzow und ihr Sprecher Anton Rodnenkow nicht mehr erreichbar.

Das Internetportal tut.by berichtete nach Darstellung einer Augenzeugin, dass Unbekannte am Montagmorgen Kolesnikowa in einen Minibus gesteckt und entführt haben sollen. Das wurde bislang vom Koordinierungsrat nicht bestätigt.

Eine Symbolfigur

Maria Kolesnikowa ist Mitglied des «Koordinierungsrates» der Opposition, gegen den die belarussischen Behörden rechtliche Schritte eingeleitet haben.

Im Widerstand gegen die weissrussische Diktatur unter Präsident Alexander Lukaschenko gilt sie inzwischen als Symbolfigur, obschon die 38-Jährige erst vor Kurzem zur Polit-Aktivistin geworden ist. Sie hatte den Wahlkampf des Bankers Wiktor Babariko geleitet – bis dieser verhaftet worden war.

Litauen fühlt sich an stalinistische Methoden erinnert

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Litauens Aussenminister Linas Linkevicius hat die Staatsführung in Minsk für das Verschwinden von Maria Kolesnikowa verantwortlich gemacht und deren sofortige Freilassung gefordert.

«Die Entführung (...) ist eine Schande», schrieb Linkevicius auf Twitter. «Anstatt mit dem Volk von Belarus zu sprechen, versucht die überwundene Führung, einen nach dem anderen zynisch zu eliminieren». Dies erinnere an stalinistische Methoden.

Über 600 Festnahmen

Bei den Massenprotesten am Wochenende in Belarus (Weissrussland) sind nach Behördenangaben mehr als 600 Menschen festgenommen worden. Rund 360 Demonstranten seien noch in Gewahrsam, teilte das Innenministerium in Minsk im Nachrichtenkanal Telegram mit.

Zehntausende hatten gegen die Regierung von Präsident Lukaschenko demonstriert. In der Menge war auch Maria Kolesnikowa mitgelaufen.

EU fordert Freilassung aller Oppositionellen

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  • Die EU hat die Festnahmen in Belarus scharf verurteilt.
  • EU-Aussenbeauftragter Josep Borrell forderte die sofortige Freilassung von festgenommenen Oppositionellen in Belarus.
  • Die EU verurteile die willkürlichen Festnahmen seit der Wahl in Belarus scharf, erklärte Borrell am Montagabend in Brüssel.
  • So nannte er unter anderen auch die Oppositionsvertreterin Maria Kolesnikowa, die am Montag verschwunden war.
  • Borrell forderte eine gründliche Untersuchung aller mutmasslicher Rechtsverstösse und bekräftigte, die EU werde Sanktionen gegen die Verantwortlichen für Gewalt, Unterdrückung und die Fälschung von Wahlergebnissen verhängen.

Die Massenproteste dauern seit Anfang August an – also seit der Präsidentenwahl. Die Menschen fordern den Rücktritt von Lukaschenko, der seit 1994 in Belarus an der Macht ist.

SRF 4 News, 07.09.2020, 11 Uhr;

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37 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Peter Auer  (Ural620)
    Gemaess tut.by passierten um 5 Uhr morgens Ortszeit, Anton Rodnenkov, Ivan Kravtsov und Maria Kolesnikova die Grenzkontrolle am Aleksandrovka-Kontrollpunkt und fuhren in Richtung Ukraine.
  • Kommentar von Janusz Kaltenbacher  (anti_sozialist)
    Noch ein anderer Aspekt, der gerne unterschlagen wird. Es gibt in Belarus keine flächendeckenden Streiks in Fabriken und Staatsbetrieben. Selbst in Fabriken mit einigen tausend Angestellten sind es nur wenige hundert Angestellte welche streiken. Und seit der Wahl ist nun schon ein Monat vorbei. So macht man keine Revolution.
    1. Antwort von Fritz Meier  (FriMe)
      Können Sie mir die Quellen liefern?
  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Schade Belarus Revolution verliert an Fahrt und leider auch an echtem Interesse
    in EUROPA. Wir haben nun plötzlich wieder Klima und Coronaprobleme